Magdeburg l Dass bei der Pressekonferenz zum Jahresauftakt wichtige Themen auf der Agenda stehen, sieht man Donnerstag am sehr gut gefüllten Hasselbachsaal des Rathauses. Jeder Platz war besetzt. Die wichtigsten Themen:

City-Tunnel: Baustart für den neuen Magdeburger City-Tunnel ist im Frühjahr dieses Jahres. Geplante Fertigstellung des 100-Millionen-Euro-Projektes sei 2020. Derzeit laufen Vorbereitungsarbeiten von den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) und der Abwassergesellschaft (AGM).

Das Großprojekt ist seit mehreren Jahren in der Diskussion und wurde zuletzt immer teurer. Auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass der City-Tunnel nicht noch teurer wird, sagte Trümper der Volksstimme: "Das kann ich nicht versprechen." Bei solchen Großprojekten könne niemand abschätzen, wie sich zum Beispiel Lohn- und Materialkosten entwickeln würden. Von den 100 Millionen übernimmt Magdeburg ungefähr ein Drittel der Kosten, der Rest wird größtenteils von Land und Bahn getragen.

Auf die von Baustellen geplagten Magdeburger kommt außerdem eine neue Geduldsprobe zu. Ab Ende 2016/2017 sei für mindestens acht Monate mit Sperrungen für die Autofahrer zu rechnen, sagte Trümper. Die Ernst-Reuter-Allee müsse in diesem Zeitraum weiträumig umfahren werden.

Hyparschale: Ein Investor, der in der Hyparschale unter anderem eine Eislaufbahn errichten wollte, ist im Dezember abgesprungen. Laut Trümper habe der Interessent selbst die Reißleine gezogen, da seine Pläne nicht finanzierbar gewesen seien. "Nun muss das Thema erneut in den Stadtrat", sagte Trümper. Die Hyparschale wurde 1969 als Messe- und Ausstellungszentrum für Magdeburg nach den Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther errichtet und steht seit Jahren leer. Im Stadtrat war bereits eine Sanierung und Vermarktung beschlossen worden. So sind 1,7 Millionen Euro für eine Sanierung des Daches der Hyparschale veranschlagt.

Gymnasium/Kitas: Zum neuen Gymnasium am Lorenzweg sagte Trümper, dass die Stadt Stark-III-Mittel für die Instandsetzung des alten Berufsschulkomplexes beantragt habe. Er gehe davon aus, dass diese Mittel auch genehmigt werden. "Ich verstehe nicht, warum das nicht funktionieren sollte", sagte Trümper. Nach wie vor ist allerdings unklar, ob Stark-III-Mittel tatsächlich für eine Umnutzung des Gebäudes als Gymnasium genutzt werden können.

Anfang dieses Jahres sollen die EU-Mittel für Stark-III ans Land fließen. Dann wird auch klar sein, ob die Schulsanierung Lorenzweg förderfähig ist. Laut Trümper reiche ein neues Gymnasium aber sowieso nicht aus. "Ich gehe davon aus, dass Magdeburg ein zweites neues Gymnasium braucht", sagte er und verwies auf die seit 2010 gestiegenen Geburtenzahlen. Während 2010 in der Landeshauptstadt 2051 Kinder geboren wurden, waren es 2014 bereits 2128.

Im laufenden Jahr soll auch mit dem Bau von fünf neuen Kindertagesstätten begonnen werden. Zehn Millionen Euro nimmt Magdeburg dafür in die Hand. Geplante Eröffnung: 2016.

Strombrücke: Neben dem Tunnel gelten die Verlängerung der Neuen Strombrücke, die Sanierung der Anna-Ebert-Brücke und ein Brückenneubau über die Alte Elbe als weitere Großvorhaben. Ein Planfeststellungsverfahren soll im Juni 2015 beantragt werden. Die Bauarbeiten sollen 2016/2017 beginnen. Ein Antrag, um Geld aus dem Topf für Hochwasserschadensereignisse zu bekommen, wurde eingereicht.

Ring: Die Arbeiten auf dem Magdeburger Ring werden 2015 fortgesetzt. Abgeschlossen werden hingegen die Bauarbeiten der Brücken am Kirschweg, Lorenzweg und der Neubau einer Rampe am Lemsdorfer Weg.

Hochwasserschutz: Magdeburg hat Fördermittel in Höhe von 92 Millionen Euro beim Landesverwaltungsamt eingereicht. So seien etwa 2,5 Millionen Euro zur Schadenbeseitigung und Instandsetzung der Turmschanzenstraße geplant, 5,1 Millionen für die Zollstraße und drei Millionen für die Oststraße und im Wohngebiet Speicher Buckau.

   

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