Magdeburg l Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat vor der geplanten Asyl- und Flüchtlingskonferenz (23. Januar in Magdeburg) für ein weltoffenes Sachsen-Anhalt geworben. "Die Gewährung von Asyl, der Schutz vor Verfolgung und Vertreibung sind Bestandteil unsere Grundwerte", sagte er am Freitag der Volksstimme. "Sachsen-Anhalt, eingebunden in Europa, ist ein weltoffenes Land mit großer Willkommenskultur. Unser Land, unsere Wirtschaft und unsere Kultur profitieren von der internationalen Zusammenarbeit und dem Austausch mit der Welt." Haseloff weiter: "Gleichzeitig müssen wir aber auch die Probleme und Sorgen der Menschen vor Ort ernstnehmen und aufgreifen. Deshalb werden wir unsere Kommunen nicht alleine lassen."

Bereits am 13. Januar werden Reiner Haseloff und Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt besuchen. Geplant ist auch ein Gespräch mit Asylbewerbern.

Jeden Monat kommen 800 Flüchtlinge auf dem ehemaligen Kasernengelände an. Sachsen-Anhalt nimmt drei Prozent der bundesweit eingereisten Asylbewerber auf. In Halberstadt kamen von Januar bis Ende Oktober 2014 4704 Ausländer an - rund 80 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Deutschlandweit beantragten von Januar bis Oktober 2014 mehr als 158000 Menschen Asyl. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet für dieses Jahr mit 230000 Asylanträgen.

Nach wenigen Wochen in Halberstadt werden die Flüchtlinge im Land verteilt. Wie viele Menschen die Kreise und Städte aufnehmen müssen, errechnet sich nach der Einwohnerzahl: Nach Halle kommen 11,4 Prozent der Flüchtlinge, nach Magdeburg 11,3 Prozent, in den Altmarkkreis Salzwedel 4,3 Prozent.

In der Landeshauptstadt hat derweil nach Angaben der Polizei eine Privatperson einen Marsch der "Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Magida) für den 19. Januar und die vier folgenden Montage durch die Innenstadt angekündigt. Bereits im Dezember hatte eine Privatperson kurzzeitig einen Marsch angekündigt, die Anmeldung aber wieder zurückgezogen.

"Magida" besteht zurzeit nur als Facebook-Auftritt und hat aktuell rund 3800 "Gefällt mir"-Anhänger. Auf der Gegenseite hat sich eine Gruppe No-Magida mit 2700 Anhängern gegründet.