Magdeburg (dpa) l CDU und Grüne zählen bei der Entwicklung der Mitgliederzahlen 2014 in Sachsen-Anhalt zu den Gewinnern, SPD und Linke büßen dagegen Mitglieder ein. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Parteien im Land. Ein Problem mit säumigen Mitgliedern haben die meisten Parteien nach eigenen Angaben nicht. Große Ausnahme bilden die Piraten: Dort ist derzeit rund jedes zweite Mitglied im Rückstand.

Größter Zuwachs bei den Grünen

Den größten Zuwachs unter den im Landtag vertretenen Parteien verzeichnen die Grünen - die allerdings auch die geringste Mitgliederzahl haben. Zum 31. Dezember 2013 zählte die Partei 726 Mitglieder, ein Jahr später waren es 743 Mitglieder, berichtete Landesgeschäftsführer Alexander Ihrcke. Dies bedeutet ein Plus von 2,3 Prozent.

Ein kleines Plus von 0,3 Prozent kann die CDU verbuchen. Die Zahl der Mitglieder stieg von 7283 zum Jahreswechsel 2012/2013 auf 7307 Ende November 2014. Die endgültigen Zahlen für Ende 2014 liegen noch nicht vor, wie Landesgeschäftsführer Mario Zeising berichtete.

Einen Rückgang um rund vier Prozent verzeichnet die SPD. Hier sank die Mitgliederzahl von 3750 Ende 2013 auf 3599 Ende November 2014, sagte Pressesprecher Falko Grube. Im Vergleich zu den anderen im Landtag vertretenen Parteien bedeutet dies prozentual den größten Verlust.

Rund 3,8 Prozent weniger Mitglieder zählt die Linke. Ende 2013 waren es noch 4401 Mitglieder, Ende November 2014 wurden noch 4235 Mitglieder gezählt, berichtete Pressesprecherin Anke Lohmann.

Auch die nicht mehr im Landtag von Sachsen-Anhalt vertretene FDP musste Einbußen hinnehmen. Hier ging die Mitgliederzahl von 1411 auf 1271 zurück - das sind rund zehn Prozent Verlust. Auch die Piraten büßten deutlich ein - von 447 auf 391 Mitglieder. Von der AfD lagen keine aktuellen Daten vor - nach früheren Angaben zählt die Partei, die wiederholt durch Personalquerelen auffiel, rund 300 Mitglieder.

Piraten kämpfen mit mangelnder Zahlungsmoral

Ein großes Problem bei den Piraten sind derzeit säumige Mitglieder. "Wir haben im Landesverband derzeit 233 Mitglieder mit Rückständen. Die Höhe der Rückstände beträgt insgesamt rund 16 000 Euro", sagte Pressesprecher Jens Barthel. Zuständig für Streichungen sei der Bundesvorstand, Ausschlüsse wegen Säumigkeit habe es aber noch nicht gegeben. "Grundsätzlich ist der neue Vorstand des Landesverbandes derzeit dabei, die Problematik aufzuarbeiten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten."

Einen genauen Überblick über säumige Mitgliedsbeiträge haben die Landesparteien nicht - über Ausschlüsse entscheiden in der Regel die Kreisverbände. Eine Zwangseintreibung von Beiträgen finde nicht statt, hieß es etwa bei den Grünen. Bei der CDU heißt es in der Satzung, ein Zahlungsverzug von mehr als sechs Monate werde nach entsprechenden Mahnungen als Austrittserklärung gewertet.

Bei der SPD hieß es: "Werden die Beiträge nach mehrmaliger Mahnung nicht gezahlt, steht am Ende der Parteiausschluss." Auch bei der Linkspartei werden säumige Mitglieder von der Liste gestrichen.