Magdeburg (dpa) | Zum 70. Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg ist in der Landeshauptstadt eine Meile der Demokratie mit bis zu 10.000 Teilnehmern geplant. Dort werden sich am Sonnabend Vereine und Institutionen mit Ständen vorstellen, es sind Bühnenprogramme geplant. Wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord am Montag mitteilte, liegt - anders als in den Vorjahren - bislang keine Anmeldung für einen rechten Umzug vor. Seit 1998 hatte die rechte Szene die Jahrestage der Bombardierung für Demonstrationen genutzt. Vor einem Jahr waren 850 Teilnehmer gekommen.

Die Polizei rechnet allerdings noch mit einer Anmeldung, erwartet aber nur 150 bis 250 Demonstranten, die dann voraussichtlich aus Sachsen-Anhalt kommen. In den vergangenen Jahren war der Marsch der Rechten monatelang im Voraus angemeldet worden. Der bisherige Anmelder habe sich aber von der Szene distanziert und wolle wohl nicht mehr als Organisator fungieren, teilte die Polizei weiter mit. Die Teilnehmerzahl der Rechts-Demos hatte im Jahr 2012 mit rund 1200 Teilnehmern die Spitze erreicht, bundesweit war geworben worden.

In Magdeburg sind für diesen Freitag und Sonnabend rund 30 Versammlungen aus dem bürgerlichen und linken Spektrum angemeldet. Die Polizei plant bislang mit rund 1000 Beamten - es könnten aber auch weitere aus anderen Bundesländern angefordert werden. Im vergangenen Jahr hatte es mehr als 140 Anzeigen gegeben, unter anderem wegen Widerstands gegen Polizeibeamte, Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen das Versammlungsgesetz. Der Polizeieinsatz hatte nahezu zwei Millionen Euro gekostet.

Bei den Bombardierungen Magdeburgs waren am 16. Januar 1945 weite Teile der Stadt zerstört worden. Tausende Menschen kamen ums Leben.