Rund drei Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland muss Sachsen-Anhalt aufnehmen. Erster Anlaufpunkt ist die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt. Im Dezember kamen nahezu 1000 Asylsuchende an.

Jedes deutsche Bundesland muss einen genau bestimmten Anteil von Asylbewerbern in seinen Erstaufnahmeeinrichtungen aufnehmen. Die Verteilung richtet sich nach den vorhandenen Kapazitäten und dem "Königsteiner Schlüssel", der jedes Jahr neu berechnet wird. Grundlage dafür sind Steuereinnahmen und die Einwohnerzahl der Bundesländer. Das führt dazu, dass 2014 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 21 Prozent die meisten Flüchtlinge aufgenommen werden. Der Stadtstaat Bremen muss mit einem Prozent die wenigsten aufnehmen.

Eckhardt Stein leitet seit verhangenem Jahr die Einrichtung am Stadtrand von Halberstadt. Rechnerisch finden dort 1000 Menschen ein Bett. Tatsächlich weniger, weil bei der Zimmerbelegung auf Familien und Religionszugehörigkeit geachtet werden muss.

Die ehemaligen Kasernengebäude werden seit Jahren saniert. Erst im vergangenen Oktober wurde ein renovierter Wohnblock bezogen. Das Land stellte für die Baumaßnahmen rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. In Planung ist auch ein Spielplatz zwischen den Gebäuden. Die meisten Menschen kommen derzeit aus Syrien nach Sachsen-Anhalt. (ba)