Magdeburg l Katrin Budde war erst am Donnerstag am Knie (Kreuzbandriss nach Ski-Unfall) operiert worden. Gleichwohl kam sie trotz Schmerzen am Mittwochabend zum SPD-Neujahrsempfang in Magdeburg. Die 49-Jährige nutzte die Veranstaltung, um für die Landtagswahl im März 2016 ihren Hut in den Ring zu werfen. Vor rund 800 Gästen im "Kulturwerk Fichte" sagte sie: "Wir wollen nach zehn Jahren endlich wieder eine sozialdemokratisch geführte Landesregierung. Mit mir an der Spitze." Und weiter: "Ja, ich will die erste Ministerpräsidentin unseres schönen Landes werden. Ich bin bereit dafür."

Nächsten Dienstag wird der SPD-Landesvorstand seine Empfehlung abgeben. Das Votum für Katrin Budde ist nur Formsache. Es gibt keinen Gegenkandidaten. Am 8. März werden die SPD-Mitglieder die Spitzenkandidatin küren. Bei den zurückliegenden Wahlen (2006 und 2011) war Finanzminister Jens Bullerjahn SPD-Spitzenkandidat gewesen.

Rot-rote-Koalition für Budde keine Option

Budde sagte der Volksstimme: "Wir setzen bei der Landtagwahl auf Sieg." Die Magdeburgerin liebäugelt indes mit einem rot-roten Bündnis. Es bestehe eine "realistische Chance", bei der Landtagswahl 2016 die Linke zu überholen, betonte sie am Mittwoch. Derzeit deutet alles darauf hin, dass es dann zu einer rot-roten Koalition mit Katrin Budde als Ministerpräsidentin käme. Die SPD-Spitzenfrau hat bereits erklärt, sie wolle nicht Ministerin in einem rot-roten Kabinett unter einem linken Regierungschef werden. Das letzte Wort in der Koalitionsfrage hat die SPD-Basis.

Budde ist seit 2006 Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. Seit Ende 2009 ist sie zudem Parteichefin. 2001/2002 war sie Wirtschaftsministerin in der von Reinhard Höppner geführten SPD-Minderheitsregierung. Budde, die sich selbst als "unverbesserliche Optimistin" bezeichnet, ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Webel will Haseloff als CDU-Spitzenkandidat vorschlagen

Bei der Landes-CDU, die am Mittwoch zum Neujahrsempfang nach Salzwedel geladen hatte, läuft derweil alles auf eine erneute Spitzenkandidatur von Ministerpräsident Reiner Haseloff (60) hinaus. Landeschef Thomas Webel hat im Volksstimme-Gespräch bereits erklärt, er werde der Partei den Wittenberger vorschlagen. Der CDU-Landesvorstand wird sich auf einer Klausurtagung in Schierke im Harz am 6. und 7. März mit der Vorbereitung der Landtagswahl befassen. Es wird erwartet, dass Haseloff dann offiziell als Spitzenkandidat empfohlen wird.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Wulf Gallert (51), hat bereits seine Bereitschaft für eine erneute Spitzenkandidatur zur Landtagswahl erklärt. "Wenn mich der Landesvorstand vorschlägt, stehe ich bereit", hatte der 51-Jährige schon Ende Dezember der Volksstimme gesagt. Der Landesvorstand wird voraussichtlich am 17. Februar eine Empfehlung abgeben. Zwei Monate später, am 18. April, soll der Spitzenkandidat auf einem Parteitag gekürt werden. Gallert war bereits zwei Mal Spitzenkandidat.

Die Grünen wollen auf einem Parteitag am 26. September den Spitzenkandidaten wählen und über die Landesliste abstimmen.

 

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