Blankenburg l Nach dem Fund einer männlichen Leiche in Blankenburg (Harz-Kreis) hat die Polizei Ermittlungen wegen Verdachts auf ein Tötungsverbrechen aufgenommen. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Nord in Magdeburg mitteilte, handelt es sich bei dem Opfer um einen 52-Jährigen.

Die Auffindesituation und die Art der Verletzungen ließen auf ein Tötungsdelikt schließen, sagte der Magdeburger Polizeisprecher Frank Küssner. Mit weiteren Details hielten sich sowohl er als auch Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck von der Staatsanwaltschaft in Halberstadt zurück.

Nachbarin nahm Verwesungsgeruch war

Nach Volksstimme-Informationen lag der allein lebende Mann schon mehrere Tage leblos im dritten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses in der Blankenburger Katharinenstraße. Entdeckt wurde die Leiche am Mittwochabend gegen 23 Uhr, nachdem eine Anwohnerin des Hauses vorsorglich Polizei und Rettungsdienst informiert hatte.

Die Frau hatte ihren Nachbarn schon mehrere Tage nicht mehr gesehen und bei der Heimkehr von der Arbeit im Treppenhaus Verwesungsgeruch wahrgenommen. Nach dem Öffnen der Wohnungstür durch sieben Kameraden der Blankenburger Feuerwehr wurde der 52-jährige Willi B. schließlich tot im Flur seiner Wohnung gefunden.

Zum bisherigen Ermittlungsstand wollten sich Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag nicht äußern. Absolutes Stillschweigen auch zu den Umständen vor Ort und der Art der Verletzungen. Nur so viel: "Für uns lag nach dem Fund der Verdacht eines unnatürlichen Todes sofort auf der Hand", sagte Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck.

Obduktion soll Todesursache klären

Nach Volksstimme-Informationen soll das Opfer Stichverletzungen aufweisen und in einer Blutlache gelegen haben. Die Vermutung, dass B. Opfer einer Gewalttat geworden ist, wird überdies von Informationen über einen Streit genährt. Vor gut einer Woche soll es in der Wohnung von B. eine verbale Auseinandersetzung mit zwei bis drei Beteiligten gegeben haben, ist zu vernehmen. Danach wurde B., ein in der Stadt recht bekannter und sehr versierter Maurermeister, wohl nicht mehr gesehen.

Vor Ort wird Single Willi B. als ausgesprochen netter und umgänglicher Nachbar beschrieben. "Er wohnte seit etwa 15 Jahren in dem Haus und war ein sehr angenehmer Zeitgenosse", heißt es.

Nach dem Fund der Leiche haben Experten der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) die gesamte Nacht über Spuren in der Wohnung und im Treppenhaus gesichert. Wie Oberstaatsanwalt Roggenbuck sagte, soll in den kommenden Tagen eine Obduktion erfolgen, um die genaue Todesursache zu klären.

Offen ist, ob die Ermittler nach der Gewalttat bereits eine konkrete Spur haben und es schon einen oder mehrere Tatverdächtige gibt.