Magdeburg l "Wäre ich im Radio, würde ich jetzt jubeln!" Marina Wölk, Geschäftsführerin des Familienhauses Magdeburg, hat gerade am Telefon erfahren, dass ihr Verein eine Finanzspritze von 4100 Euro überwiesen bekommt. "Jetzt werden wir die Werbetrommel für unsere neue Gruppe rühren." Dank der Leser-Spenden kann das Familienhaus demnächst mit einer Therapiegruppe für Kinder aus Scheidungsfamilien starten. "Die Idee hatten wir schon vor zwei Jahren, aber bisher fehlte das Geld für Personalkosten und Arbeitsmaterial", erzählt Wölk.

So wie der Magdeburger Verein erhalten auch sieben weitere Initiativen je 4100 Euro aus dem Spendentopf. Ausgewählt wurden sie von der Volksstimme und den Partnern der Aktion: dem Paritätischen Sachsen-Anhalt und der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB). Alle Initiativen werden dem Motto "Hilfe fürs Leben" weitaus gerecht. Sie stehen Menschen zur Seite, die plötzlich in eine schwierige Lebenssituation geraten sind. Das kann durch eine Krankheit geschehen, einen brutalen Übergriff oder eben auch die Scheidung der Eltern.

Insgesamt 765 Leser haben gespendet

Am 22. November war die Aktion gestartet, am Sonnabend wurde sie im Rahmen der "Winterzauber-Gala" in Magdeburg abgeschlossen - wenn auch das Konto noch geöffnet bleibt. In dieser Zeit haben 765 Leser die stolze Summe von 32 900 Euro zusammengebracht. Sie fließt nun zu 100 Prozent in die Projekte.

"Wir freuen uns außerordentlich, dass so viele Menschen gespendet haben und bedanken uns herzlich bei allen Spendern", sagt Gabriele Girke, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen. "Sicher hat die Unterschiedlichkeit der Projekte dazu beigetragen, dass fast jeder von ihnen etwas gefunden hat, das sein Herz berührt. Wir können versichern, dass das Geld voll und ganz den betroffenen Menschen zugute kommt."

Abgesehen von der Spendensumme hat die Aktion noch einen weiteren Zweck, erklärt Volksstimme-Chefredakteur Alois Kösters: "Es geht nicht nur darum, Geld zu sammeln, sondern auch darum, die Sorgen und Probleme von Menschen öffentlich zu machen und die Leistungen der ehrenamtlichen Helfer, die sich kümmern, einmal in den Mittelpunkt zu stellen."

Bei der IB hilft das Helfen nebenbei sogar den Mitarbeitern. "Sie erfinden immer wieder neue Aktionen für den guten Zweck. In diesem Jahr verkauften sie auf einem Weihnachtsbasar Selbstgemachtes", berichtet Henning Schwarz von der Geschäftsleitung. "Mit den Spenden bringen wir wichtige gesellschaftliche Projekte nach vorne und tauchen in andere Lebenswelten ein. Das Bewusstsein, geholfen zu haben, stärkt den Teamgeist in der IB."

Wer noch spenden möchte: Bis zum 31. Januar bleibt das Konto geöffnet.