Magdeburg l Baustellen und schlechtes Wetter hatten dem Zoo 2013 die Saison ordentlich verhagelt, die Besucherzahl schrumpfte um stattliche 25 Prozent. Im vergangenen Jahr dann die Überraschung: Ende 2014 konnten 336635 Besucher verbucht werden. Das waren fast 40 Prozent mehr als im "Kummerjahr 2013" und sogar acht Prozent mehr als 2012, so Zoodirektor Kai Perret. Wieder war das Wetter mit dafür verantwortlich, allerdings im positiven Sinne: Die Sonne lachte, vor allem während der Hauptsaison in den Sommerferien. Und richtig gut "eingeschlagen" habe die neue Schimpansenanlage. Im Juli wurde sie eröffnet, und innerhalb von sieben Wochen seien rund 70000 Besucher mehr gekommen, um die Attraktion zu sehen. "Am besten Besuchertag des Jahres waren 10314 Tierfreunde im Zoo", so Kai Perret.

Rund 40 Prozent mehr Jahreskarten

Der Tierbestand habe sich im Jahr 2014 auf 1198 Tiere erhöht, im Vorjahr waren es erst 885 Tiere. 38 neue Tierarten, darunter Weiße Löwen, Stumpfkrokodile, Schopfkarakara und Weißrüsselnasenbären kamen zum Tierbestand hinzu. Die Artenvielfalt erhöhte sich auf jetzt 190 Arten. Bei 26 Tierarten habe sich der Zoo entschieden, diese nicht mehr zu halten. Insgesamt gab es 184 Geburten und Schlüpfe, darunter das in Deutschland einzige geborene Jungtier bei den Angola-Guerezas, ein Karpatenluchs, ein Blessbock und die Rothschildgiraffe "Thano".

Und wie verlief das Zoojahr betriebswirtschaftlich? Bei den Jahreskarten meldet der Zoo ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung. 5298 Jahreskarten konnten 2014 verkauft werden, das waren rund 40 Prozent mehr als 2013.

Größere Erbschaft für den Zoo

In Sachen Finanzhaushalt ist Zoochef Perret mit 2014 ebenfalls sehr zufrieden. Nach dem "Schockjahr 2013" scheint der Zoo wieder auf Kurs zu sein. 2013 blieben am Ende magere 75000 Euro Gewinn übrig, 2012 waren es 653000 Euro. Der Jahresüberschuss (Gewinn) 2014 lässt Kai Perret jubeln: 2,5 Millionen Euro. "Das muss aber erklärt werden", sagt Perret. Tatsächlich erwirtschaftet habe der Zoo rund 800000 Euro, "was schon ein gutes Ergebnis ist". 1,7 Millionen Euro hat der Magdeburger Zoo "geerbt". "Wir sind, wie noch einige andere Zoos in Deutschland, in einem Testament bedacht worden. Eine tolle und einmalige Sache, für die wir sehr dankbar sind", sagt der Zoodirektor. Wem genau die Erbschaft zu verdanken ist, darüber schwieg sich Perret aus.

Africambo II größte Investition des Jahres

Der Jahresgewinn bleibt übrigens komplett im "Unternehmen Zoo", das als sogenannte Kapitalgesellschaft die Form einer "gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung" (gGmbH) hat. Das bedeutet, dass die Gewinne im Unternehmen bleiben müssen und nicht an die Gesellschafter (hier die Stadt Magdeburg) ausgeschüttet werden dürfen.

Investiert hat der Magdeburger Zoo 2014 rund 4,1 Millionen Euro. Dabei war die neue Schimpansenanlage die größte - und erfolgreichste - Investition.

Das größte Projekt in diesem Jahr soll die neue Dickhäuteranlage "Africambo II" werden. Dazu hat der Abriss der ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Zoos nördlich der Straße "Am Vogelgesang" bereits begonnen. 7,7 Millionen Euro wird Magdeburgs Tierpark dafür investieren.