Schackensleben l Nach dem schweren Unfall auf der Autobahn2 am Sonnabendnachmittag in Höhe Schackensleben im Landkreis Börde hat die Polizei Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen unbekannt erstattet.

Bis zu 15 Fahrzeuge hatten nach Polizeiangaben die Unfallstelle noch vor den Rettungskräften umkurvt, ohne Hilfe zu leisten. Die Beamten sprachen von einem "unbeschreiblichen Verhalten" der Autofahrer. Mindestens ein Verletzter mit einer Kopfwunde und etwa zehn weitere Personen, darunter Ersthelfer, befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der dreispurigen Fahrbahn. Die Autos fuhren auf dem Standstreifen an der Unfallstelle vorbei. Polizeihauptkommissar Jens Braune vom Autobahnrevier Börde widersprach aber ersten Berichten, dass die Autofahrer auch Fotos machten. "Dazu liegen uns keine Erkenntnisse vor", sagte er. Die Versorgung der Verletzten hatte unter anderem bereits ein nicht im Dienst befindlicher Rettungssanitäter übernommen, der sich mit seinem Wagen ebenfalls im Stau befand. Als die Beamten eintrafen, unterbanden sie das Umfahren der Unfallstelle.

Ein Auto war auf ein Stauende gefahren und schob mehrere Fahrzeuge zusammen. Dabei wurden drei Menschen schwer und drei leicht verletzt. Seite 4