Magdeburg (pl) l Viel Arbeit, aber auch große Wirkung! So könnte die Bilanz nach einem Jahr "Magdeburger Melder", kurz MD-Melder, aus Sicht der Stadt überschrieben werden. Im Januar 2014 auf der Internetseite der Stadt "scharf geschaltet", sind in einem Jahr genau 2919 Meldungen eingegangen. Im Durchschnitt haben so die Magdeburger pro Monat auf rund 240 kleinere oder größere Missstände im Stadtbild aufmerksam gemacht. "Ein Erfolg für das System", findet Holger Platz, zuständiger Beigeordneter im Rathaus.

Am meisten melden die Bürger, wenn irgendwo Laternen nicht mehr leuchten, gefolgt von Meldungen über illegale Müllablagerungen und verschmutzte Rad- oder Gehwege. Und die Magdeburger nutzten den MD-Melder auch, um auf Probleme bei den SWM, den MVB, der Deutschen Bahn und dem städtischen Veranstaltungsunternehmen MVGM hinzuweisen. Ein Drittel aller Meldungen betreffen nicht die Stadtverwaltung, so Platz. Aber mit allen "externen" Ansprechpartnern habe man inzwischen in dieser Hinsicht eine gute Zusammenarbeit organisiert.

Zum Ende des Jahres konnten 98 Prozent aller Meldungen abschließend beantwortet werden, so das Rathaus, 44 würden noch bearbeitet. Es sei zu Beginn nicht ganz einfach gewesen, den MD-Melder innerhalb der Stadtverwaltung zu etablieren, erklärte Holger Platz. In den Fachämtern habe viel koordiniert und nach Zuständigkeiten abgestimmt werden müssen. Mitarbeiter des zuständigen Amtes müssten oft zu den gemeldeten Stellen fahren und sich vor Ort ein Bild machen. Das verursache einen hohen Arbeitsaufwand.

Die Bearbeitungszeiten seien anfangs aufgrund der großen Anzahl an Meldungen höher als geplant gewesen. Nach sieben Tagen solle der Bürger eine Antwort auf seine MD-Meldung bekommen. Die zuständigen Fachämter mussten folglich ihre Arbeitspraxis umstellen, um schnelle Rückmeldungen an das MD-Melder-Team, das die Einträge bearbeitet und weiterleitet, geben zu können. Aber nur so funktioniere der Melder und bringe für die Bürger die gewünschte Transparenz.

Inzwischen hätten sich die Bearbeitungszeiten jedoch gut eingependelt und jeder Bürger erhalte schnellstmöglich eine Antwort. Alle Antworten seien nur im Internet zu sehen. Auch Rückmeldung per Mail an den Bürger seien möglich.

Nach einer redaktionellen Überarbeitung werden die Meldungen anonym im Internet auf der Seite www.md-melder.magdeburg.de veröffentlicht und mit einem Bearbeitungsstatus - gelb für "in Bearbeitung" / grün für "abgeschlossen" - versehen. Interessierte Bürger können dann genau verfolgen, was gemeldet wird und was erledigt ist.

Den Rathaus-Angestellten spricht Beigeordneter Holger Platz ausdrücklich einen Dank aus. "Der MD-Melder ist nicht zuletzt durch die engagierten Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu einem Erfolg geworden."

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