Bismark l Nach dem Hirntod des in Bismark im Landkreis Stendal misshandelten 18 Monate alten Mädchens bestätigte an gestrigen Freitagmittag ein Polizeisprecher offiziell das Ableben des Kindes auf der Intensivstation der Universitätsklinik Magdeburg.

Der alleinerziehende Vater Patrick F. sagte, dass die Organe der kleinen Emily gespendet werden sollen: "Damit wir anderen Kindern helfen können und wissen, dass Emily in ihnen weiterlebt."

Seine "Ex-Freundin", wie er die 20-jährige Stiefmutter von Emily inzwischen bezeichnet, soll nach Vermutungen der Ermittler das Kind zu Tode geschüttelt haben. Darauf deuten die schweren inneren Kopfverletzungen hin. Die in Verdacht stehende junge Frau ist selbst schwanger und soll sich mit dem Kind in der Wohnung befunden haben. Sie streitet bisher aber ab, dem Kind Gewalt angetan zu haben.

Der Vater selbst sei von einem Nachbarn angerufen worden, als er arbeiten war. Der Notarzt wurde am Montagmorgen zum Wohnhaus gerufen. Schon zu diesem Zeitpunkt war der Zustand des kleinen Mädchens äußerst kritisch, so dass es in die Universtätsklinik nach Magdeburg geflogen werden musste.

Aus den ersten, noch am Montag begonnen, Ermittlungen wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen wird nun eine Ermittlung wegen eines Tötungsdeliktes. Nähere Angaben wollte die Polizei gestern aber nicht machen. "Die Staatsanwaltschaft wird weitere Entscheidungen erst am Montag treffen", sagte Polizeisprecher Mike von Hoff.

Der zuständige Beigeordnete Sebastian Stoll (CDU) vom Landkreis Stendal sagte, dass ein Familienhelfer auf Wunsch des Vaters die Familie 20 Stunden im Monat unterstützte. Der letzte Besuch war am 26.Januar. Es habe "absolut keine Anhaltspunkte" gegeben, dass die Familie mit der Kinderbetreuung überfordert sei, sagte er.