Magdeburg l Es gebe ja noch Telefon, Fax und Funk, sagte Richter am Freitagmittag in Magdeburg. "Die Sicherheit im Land ist dadurch nicht gefährdet", erklärte der Staatssekretär im Finanzministerium, der sich seit Monaten mit den Störungen im E-Mail-Verkehr der Ministerien und Landesbehörden herumärgern muss. Erst am vergangenen Wochenende hatte ein Netzwerkgerät versagt und eine Kettenreaktion ausgelöst. Dadurch war der E-Mail-Verkehr von Ministerien, Landtag und einiger Behörden Anfang der Woche gestört. "Das ist nicht das erste Mal vorgekommen", gestand Richter. Erst im November hatte ein Kurzschluss das Mailsystem vo- rübergehend lahmgelegt.

Landesregierung, Ministerien und Behörden müssen sich noch länger auf Probleme in ihrem Datennetz einstellen. "Es wird immer wieder zu Störungen kommen", sagte Johann Bizer, der Vorstandsvorsitzender des IT-Dienstleisters Dataport ist. Seit vergangenem Jahr betreut das öffentlich-rechtliche Unternehmen die IT-Infrastruktur des Landes. Dataport übernimmt dabei sowohl Dienstleistungen wie die Gehaltsberechnungen der Landesbediensteten oder die Steuerverwaltung als auch Serviceleistungen.

Technik in Halle soll bis Ende 2015 komplett abgebaut werden

Hierzu gehört auch die Wartung und Instandsetzung der veralteten Technik. Auch die Rechenzentren des Landes in Magdeburg und Halle hat Dataport übernommen. Bis Ende 2015 soll die Technik am Standort Halle komplett abgebaut werden. Rund 49 Millionen Euro erhält der Dienstleister für seine Aufgaben im Jahr. Die Landesregierung verspricht sich davon Einsparungen von 76 Millionen Euro über neun Jahre. Die derzeitigen Probleme liegen an der veralteten Infrastruktur des Datennetzes. In Schleswig-Holstein habe Dataport vor zwölf Jahren ein ähnlich schlechtes Netz vorgefunden. Noch heute arbeite man daran. "In Sachsen-Anhalt werden wir das sehr viel schneller hinkriegen", versprach Bizer.

Auch weil das Land viel Geld in die Hand nehmen wird, um das marode Netz endlich zu modernisieren. Für Aufbau und Betrieb eines neuen Landesdaten- und -sprachnetzes stünden über einen Zeitraum von sieben Jahren zusammen 241 Millionen Euro zur Verfügung, teilte das Finanzministerium mit. Bis Ende 2017 soll der Ausbau abgeschlossen sein.

Kleine Randnotiz: Bei erneuter Störung des Datenverkehrs sollen künftig Regierungschef Reiner Haseloff (CDU), die Minister und der polizeiliche Lagedienst sofort informiert werden. Altmodisch. Per SMS auf das Diensthandy.