Magdeburg (dpa/st) l An den Schulen in Sachsen-Anhalt ist im Schuljahr 2013/2014 mehr als jede 50. Unterrichtsstunde ausgefallen. Die Ausfallquote an den allgemeinbildenden Schulen habe 2,3 Prozent betragen, teilte das Kultusministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Unterrichtsausfall ist damit in den vergangenen Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen. Im Schuljahr 2009/2010 betrug die Quote noch 1,5 Prozent.

Wesentliche Ursache dafür sei laut Kultusministerium der Lehrermangel. Der Anstieg sei vor allem auf die "Anpassung des Personalbestandes entsprechend des Personalentwicklungskonzeptes (PEK)" zurückzuführen. Zudem sei der Altersdurchschnitt der Lehrkräfte besonders hoch.

Für das derzeit laufende Schuljahr 2014/2015 stehen nach früheren Angaben von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) ausreichend Lehrer bereit. Zum neuen Schuljahr waren 370 neue Lehrerstellen ausgeschrieben worden.

Mit dem Problem ist Sachsen-Anhalt offenbar nicht allein: In Brandenburg fallen Angaben des dortigen Bildungsministeriums zufolge wöchentlich zwei Prozent der Stunden ersatzlos aus, bei acht Prozent springen Vertretungslehrer ein. An den Berliner Schulen fielen im Jahr 2013/14 2,1 Prozent der Stunden aus, in Sachsen sind es 3,3 Prozent.

Der Chef der Lehrer-Gewerkschaft GEW, Thomas Lippmann, sagte, damit nähere sich das Land dem Ausfall einer ganzen Unterrichtswoche pro Schuljahr - im Durchschnitt. Beziehe man Klassenzusammenlegungen, Aufgabenerteilung oder Aufsicht über mehrere Klassen mit ein, liege die Versorgung in manchen Schulen des Landes wohl bei unter 90 Prozent."