Magdeburg (dpa) l Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn am einst größten deutsch-deutschen Grenzübergang im Landkreis Börde hat im vorigen Jahr so viele Besucher angezogen wie seit 2009 nicht. Trotz laufender Bauarbeiten seien 25 Jahre nach der Grenzöffnung 173 000 Menschen in die Erinnerungsstätte an der Autobahn 2 gekommen, sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Kai Langer. Das entspreche einem Plus von rund 12 800 im Vergleich zu 2013.

Allein am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, seien in Marienborn 6000 Besucher gezählt worden - wohl ein Tagesrekord. Dabei sei keine gezielte Werbung gemacht worden.

Im vergangenen Jahr hatten die rund drei Millionen Euro teuren Sanierungsarbeiten begonnen, in diesem Jahr sollen sie abgeschlossen werden. Inzwischen ist der Kommandoturm fertig. Von dort aus waren die Schranken geschlossen und Ampeln auf Rot gestellt worden, wenn es Grenzalarm gab.

Auch die Großüberdachung über der ehemaligen Lkw-Kontrolle wurde erneuert. Für die Besucher biete sich vor allem bei Sonnenschein ein ungewohnt farbenfreudiges, fröhlich-gelbes Bild - das entspreche allerdings dem ursprünglichen Aussehen des gelben Wellplastik-Daches, sagte Langer. Zuletzt sei es sehr viel dunkler geworden. Weitere Dachteile sollen noch in diesem Jahr erneuert werden. Auch das Tunnelsystem unter dem ehemaligen Grenzübergang wird saniert.

In etwas weiterer Zukunft liegt laut dem Stiftungsdirektor die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte. Sie soll die Frage nach der europäischen Dimension stärker einbeziehen sowie die Auswirkungen des Grenzregimes auf die Bevölkerung der Region.