Bernburg | Kleine Ursache, große Wirkung, kann man da nur sagen. In Bernburg hat in diesen Tagen eine Fahrt unter Drogen die Verurteilung zu einer zweijährigen Haftstrafe ausgelöst.

Die örtliche Polizei hatte im vorigen März den 30-jährigen gebürtigen Hallenser aus dem Verkehr gezogen. Fahrverbot und Anzeige sind meist die Folge von einer Fahrt mit erweiterten Pupillen. Doch der Student öffnete ungefragt auch noch den Kofferraum seines Autos und überreichte den Beamten knapp zwei Kilogramm Marihuana.

Dessen Herkunft und die gesamte Verwertungskette klärte der junge Mann gleich mit auf. Die Samen hatte er sich regelmäßig aus Holland besorgt. Sechs Kilo habe er im Laufe der Jahre angebaut - was er nicht für sich nahm, verkaufte er weiter, und finanzierte so Wohnung und Lebenshaltungskosten.

Große Aufklärungsarbeit musste die Polizei da nicht mehr leisten. Auch das Gericht hatte angesichts dieser Lebensbeichte keinen Aufwand mehr. Für den nicht vorbestraften 30-Jährigen ging die Sache daher glimpflich aus. Seine Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er eine Therapie erfolgreich abschließen.

Seine ertragreichen Mitbewohner hatte sich der Mann seinen Angaben zufolge nicht zuletzt deshalb gehalten, weil er keine weiteren Studenten für eine Wohngemeinschaft in seiner Dreiraumwohnung gefunden hatte. Nun sind wieder Zimmer frei.