Mittelamerikanischer Nager

Das Bunthörnchen ist eine mittelamerikanische Säugetierart. Vierzehn Unterarten gibt es, sie unterscheiden sich in ihrer Fellfarbe und Musterung. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 22 bis 34 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 23 bis 33 Zentimetern ist das Bunthörnchen etwas größer als das Eichhörnchen.

Ursprünglich bewohnte das Bunthörnchen trockene und feuchte Wälder in Costa Rica und Panama, mittlerweile wird es auch in Deutschland gezüchtet.

Magdeburg l Zwischen 2011 und 2013 sind drei Bunthörnchen-Züchter aus dem Salzlandkreis und dem Kreis Anhalt-Bitterfeld aus ungeklärter Ursache an Hirnhautentzündung erkrankt und verstorben. Forscher des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems in Mecklenburg-Vorpommern sind der Ursache nun auf den Grund gegangen: Sie entdeckten in Organproben eines Bunthörnchens und in den Gehirnproben der verstorbenen Patienten eine neue Variante des Bornavirus.

Bislang erkrankten nur Pferde, Schafe und Vögel an Bornaviren, der jüngst entdeckte Erreger befällt offenbar auch Bunthörnchen und kann sich auf Menschen übertragen. "Wir wissen noch nicht, woher das Virus kommt und wie viele Infektionen es bei Menschen und Tieren gibt", berichtete FLI-Sprecherin Elke Reinking am Mittwoch der Volksstimme. Es sei denkbar, dass der Erreger aus Mittelamerika eingeschleppt wurde. Die Bunthörnchen, die etwas größer als Eichhörnchen sind, stammen ursprünglich aus Costa Rica und Panama.

Das Institut rät von direkten Kontakten mit den Nagern ab, so lange der neue Erreger und die Gefahr, die von ihm ausgeht, noch nicht umfassend erforscht sind. Als Haustiere sind Bunthörnchen durchaus verbreitet, mehr als 30 Züchter haben sich in Deutschland auf die Tiere spezialisiert. Seit Ende Dezember beherbergt auch der Magdeburger Zoo ein Bunthörnchen-Paar. Wie Konstantin Ruske, Kurator für den Tierbestand, auf Volksstimme-Anfrage berichtete, seien die beiden Tiere bereits auf den neuen Erreger getestet worden. "Beide Nager haben sich nicht mit dem Virus infiziert", so Ruske. Bereits vor drei Wochen sei das Friedrich-Loeffler-Institut an den Zoo herangetreten, um einen Test zu entwickeln. "Wir bieten die Tests jetzt auch für Bunthörnchenzüchter an."

Die Tiere werden dabei in eine Holzbox gelockt. Anschließend wird Narkose-Gas hineingepumpt. "Wir können ihnen dann Blutproben entnehmen, ohne dass die Tiere unter Stress geraten." Schon nach wenigen Minuten seien die Nager wieder wohlauf.

Ruske warnt auch vor Panikmache. "Niemand infiziert sich mit dem Virus, nur weil er sich die Nager im Käfig anschaut." Der neue Erreger könne nach derzeitigem Kenntnisstand nur übertragen werden, wenn das Tier zubeißt und Speichel in die Blutbahn des gebissenen Menschen gelangt. Nach Einschätzung des FLI dürften auch die erkrankten Züchter zuvor von ihren Tieren gebissen worden sein.