Das Geschäft mit den Pferden
Wohlhabende Ölmagnate haben ein neues Geschäftsfeld für sich entdeckt. Sie kaufen Turnierpferde und bezahlen dafür Millionenbeträge. Zum Beispiel für "Bella Donna", das Pferd, auf dem die deutschen Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum bei den Olympischen Spielen in London 2012 Gold gewann. Im vergangenen Jahr zahlte ein Käufer aus dem Emirat Katar viel Geld. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt. Kurz zuvor zeigte auch der ukrainische Multimillionär Alexander Onischenko Interesse. Er soll fünf Millionen Dollar geboten haben.

Katar stellt die Pferde von der Armee unterstützten Reitern zur Verfügung. Vor einiger Zeit hatte Katar für rund zwölf Millionen Euro auch das weltweit teuerste Springpferd Palloubet D`Halong aus der Schweiz erworben.

Seitdem arabische Scheichs auf dem Weltmarkt mitmischen, sind die Preise für Pferde explodiert, sagen Experten. Die Araber stecken viel Geld in ihre Gestüte, um Siege auf den Rennbahnen dieser Welt zu erzielen - koste es, was es wolle. Mit steigender Nachfrage ziehen auch die Preise an. (ba)

Genthin l Erst vor wenigen Tagen hat sich wieder ein Container aus der ehemaligen Kreisstadt auf die Reise gemacht. 19 Tonnen Heu sind nun auf dem Weg nach Dubai. Das kostet die stolzen Pferdebesitzer aus der Wüste rund 7000 Euro. Kleinkram für die reichen Scheichs. Die bieten ihren Rössern nur das Beste.

Das Wiesenheu aus dem Jerichower Land kommt aus nachhaltiger, umweltschonender Produktion. Es ist langsam gewachsen und hat eine festere Struktur als herkömmliches Heu. Nährstoff- und vitaminreich soll es sein. Bevor das Grün in handliche Pakete gepresst wird, befreit eine Maschine das Heu von Staub. So ist es auch für allergische Pferde geeignet.

"Diese Hochleistungstiere sind so teuer. Da wollen die Besitzer auch das beste Futter", erklärt Mario Köpke, der seit Jahren gute Geschäftsbeziehungen in die arabische Welt unterhält. Sein Unternehmen Seba Raufutter verkaufte im vergangenen Jahr rund 70 Prozent des produzierten Futters in ausländische Märkte.

Dort legen die Kunden wert auf die Qualität, die Seba verspricht. Verarbeitet wird nur Heu oder Stroh erster Wahl. Ein Zertifikat garantiert im Inland Verlässlichkeit. Im Ausland zieht das Gütesiegel "Made in Germany". "Unsere ausländischen Abnehmer achten darauf, an ihre Tiere nur Heu zu verfüttern, das ohne Gentechnik produziert wurde", sagt Köpke. So wie das aus Genthin. Mehr als eine halbe Million Euro Umsatz fuhr Seba Raufutter im vergangenen Jahr ein. Das Ende soll noch nicht erreicht sein.

Ein Schweizer Prototyp für 1,5 Millionen Euro

In der großen Produktionshalle wird seit Tagen Heu in Pakete gepresst. Mario Köpke hat mit einer großen deutschen Baumarkt-Kette einen Deal ausgehandelt. Bei Hellweg wird ab Mitte März Heu aus Genthin verkauft. Das Volumen für diesen Auftrag liegt bei rund 150000 Euro. Köpke erwartet in diesem Jahr ein deutliches Umsatzwachstum.

Das Herzstück des Unternehmens ist die Maschine, die das Heu veredelt. Ein Stück schweizer Ingenieurskunst. Ein Prototyp. 1,5 Millionen Euro haben Köpke und seine Gesellschafter für den Giganten gezahlt, der nun in der Produktionshalle der Genthiner steht. In mehreren Verarbeitungswegen wird das Heu entstaubt, gepresst und in handliche Ballen verpackt.

Das Unternehmen hat aber auch dunkle Zeiten hinter sich. Vor zwei Jahren brannte eine Maschine in der Produktion ab. Der hohe Schaden warf Seba in der Entwicklung um zwei Jahre zurück, schätzt Geschäftsführer Köpke. "Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis wir wieder in vollem Umfang produzieren konnten", erklärt der 39-Jährige.

Den Rückschlag haben Köpke und seine acht Mitarbeiter verkraftet. "Wir wollen langsam wachsen", sagt der Geschäftsführer. Und hat dabei neben dem Geschäft mit den Scheichs auch den Markt in Deutschland fest im Blick.