Magdeburg (dpa/sa) I Der Leerstand von Kleingärten und der Rückgang der aktiven Kleingärtner beschäftigen am Samstag den 2. Kongress des Landesverbandes der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt. "Gegenwärtig werden 100 039 Parzellen bewirtschaftet, 20 276 stehen leer", sagte Verbands-Präsident Peter Riebeseel der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund der Altersstruktur in den Kleingartenvereinen werde sich diese Situation dramatisch fortsetzen. Seinen Angaben zufolge gab es 1990 noch 190 000 Kleingärtner zwischen Arendsee und Zeitz, heute sind es nur noch etwas mehr als 100 000.

"Der Rückbau und die Neuordnung der Kleingartenlandschaft dulden keinen Aufschub", machte der Verbands-Präsident deutlich. Wie dies finanziert werden kann und ob es Fördermöglichkeiten gibt, dazu soll der Kongress Antworten finden, zu dem auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) erwartet wird. Riebeseel erklärte, es werde ein Programm gebraucht, bei dem - ähnlich wie beim Stadtumbau Ost für die Wohnungswirtschaft - der Rückbau von Kleingartenanlagen gefördert wird.

"Der Rückgang begann mit der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes", erläuterte der Chef der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt. "Durch Arbeitslosigkeit und Wegzug in andere Bundesländer fehlen zwei Generationen in der natürlichen Nachfolge." Zwar gebe es Versuche, etwa durch Kontakte zu Schulen und Kindereinrichtungen Flächen weiter zu nutzen. "Aber es reicht nicht aus, die Überversorgung mit Kleingärten auszugleichen."