Magdeburg l Eine Personalie im Innenministerium sorgt derzeit für Gesprächsstoff. Der fürs Kommunale zuständige Abteilungsleiter Klaus-Dieter Liebau (SPD) beendet seinen Dienst unter Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). Der Spitzenbeamte geht ab sofort ins Umweltministerium. "Das schlug ein wie eine Bombe", hieß es im Landtag. Denn der plötzliche Wechsel fällt zusammen mit einer fragwürdigen Förderung eines Fußballvereins in Wellen, dem Wohnort des Ministers. Obgleich der Kreisliga-Verein Traktor Wellen als nachrangig eingestuft ist, bekam er für seine Sportstätte heiß begehrte Fördermittel in Höhe von 10000 Euro. Daran hat auch Liebau mitgewirkt. Der Innen- und Sportausschuss findet das eigenartig. Stahlknecht geriet in Erklärungsnot.

Stahlknecht sagte auf Anfrage der Volksstimme, Liebaus Wechsel sei keine Strafversetzung. Das Umweltministerium habe um ihn gebeten. Dort soll er die Personalabteilung übernehmen. "Im Übrigen ist die Förderung sauber gelaufen." Er als Minister habe sich nicht eingeschaltet - das sei auf Fach-ebene entschieden worden.

2002 wechselte Liebau schon mal vom Innen- ins Umweltressort, da er in Ungnade gefallen war. 2006 holte ihn Innenminister Holger Hövelmann (SPD) zurück. Als Polizei-Abteilungsleiter kam Liebau in den Ruf eines "roten Sheriffs". Während der Affäre um einen korrupten Polizisten sah sich Hövelmann von Liebau getäuscht: wieder Versetzung. Unter Stahlknecht wurde Liebau zuständig fürs Kommunale und sorgte 2013 für eine umstrittene zeitweilige Entmachtung des Bürgermeisters in der Stadt Oberharz.

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