Zum Wettbewerb
Futurego ist ein landesweiter Ideenwettbewerb, bei dem Schüler im Team eine eigene Geschäftsidee entwickeln und dazu einen Businessplan erstellen müssen.

Schüler aller Schulen in Sachsen-Anhalt ab der achten Klasse bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres können sich bewerben. Ein Team darf aus bis zu sechs Gruppenteilnehmern, die aus derselben Schule kommen, bestehen.

225 Einsendungen sind in diesem Jahr eingegangen. Diese Schüler-Teams sind die besten zehn:
Gymnasium Jessen, "Meals-Miles"
Käthe-Kollwitz-Gymnasium Halberstadt, "Foxy Folder"
Gymnasium Landsberg "Bebeutelt"
Berufsbildende Schule J. P. C. Heinrich Mette in Quedlinburg, "QuBike"
Christopherusschule Droyßig, "Brotomat"
Berufsbildende Schule IV Friedrich List in Halle, "Change your dress"
Goethegymnasium Weißenfels, "Sweet Cake Factory"
Luther-Melanchthon-Gymnasium "JAL"
Südstadtgymnasium Halle, "funz"
Sekundarschule Wilhelm Weitling in Magdeburg, "Socks`n Dogs"

Infos gibt es unter www. futurego.de

Magdeburg l Warum in der Waschmaschine regelmäßig Socken verschwinden, weiß Anne Rusche nicht. Wie man daraus jedoch eine tolle Geschäftsidee machen kann, hat die 13-Jährige beim diesjährigen Businessplanwettbewerb "futurego" bewiesen. Zusammen mit ihren Klassenkameradinnen Vanessa Scholz (13), Victoria Pusch (13) und Amelie Berger (13) hatte die Siebtklässlerin die zündende Idee: "Anstatt die einzelnen Socken wegzuwerfen, kann man sie zu Sockentieren recyceln."

Es läuft die zehnte Runde des landesweiten Schüler-Businessplanwettbewerbs "futurego". Im Januar wurden 225 Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen eingereicht. Die zehn besten Schülerteams stehen bereits fest. Darunter sind auch die vier Siebtklässlerinnen als Team "Socks`n Dogs".

Anne hat zwei jüngere Geschwister und ist zweifache Tante. "Meine Halbschwester beschwert sich immer, dass ihre Kinder zu wenig Kuscheltiere haben, deshalb wollte ich das Problem angehen."

In den Nachrichten haben die Schülerinnen der Magdeburger Sekundarschule "Wilhelm Weitling" gehört, dass die Preise für Kinderspielzeug angestiegen sind. "Wir wollen für Eltern, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben, günstige Stofftiere herstellen", sagt Anne.

Der Einfall kommt in der Familie und in ihrem Freundeskreis gut an. Die Mädchen möchten aber noch einen Schritt weiter gehen. "Mir ist besonders wichtig, dass unsere Sockentiere keine chemischen Stoffe enthalten und verträglich sind", fügt Victoria hinzu. "Unsere Kuscheltiere bestehen nämlich hauptsächlich aus Socken und Nähgarn", sagt Victoria.

Die Siebtklässlerinnen haben ihr Hobby zur Geschäftsidee gemacht, denn die Arbeit mit Stoffen bereitet ihnen viel Freude. Damit die Produktion richtig anlaufen kann, wollen die Mädchen sogar einen Spendenaufruf starten: "Wer abgetragene oder einzelne Socken hat, kann sie uns gerne überlassen - hoffentlich gewaschen", sagt Victoria.

Nach der Schule besuchen die Schülerinnen die AG "Mode und Design", um ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Nähen, nachzugehen. Füllwatte, Knöpfe für Nase und Augen, Garn und ganz viele Socken sind das Arbeitsmaterial, woraus die Mädchen hochwertige Kuscheltiere herstellen. "Es ist wichtig, dass nicht zu viel Stoff von den Socken weggeschnitten wird", sagt Victoria. Anregungen hatten sich die Mädchen aus einen Buch geholt. "Das Problem war, dort gab es nur Bilder, aber keine Schnittmuster oder Schablonen", erinnert sich Victoria.

Die Siebtklässlerinnen haben mittlerweile schon viele Sockentiere entworfen. Auf ein bestimmtes Modell wollen sie sich jedoch nicht festlegen: "Es müssen ja nicht nur Tiere sein", sagt Anne. Figuren und Fantasiemännchen sollen auch entstehen. Für jedes fertige Produkt müssen die Schülerinnen eine Schablone frei Hand zeichnen. Am Anfang sei das gar nicht so einfach gewesen, sind sich die Vier einig. Mittlerweile wissen sie genau, worauf es ankommt: "Die Nähte müssen richtig festgezogen werden und der übrige Faden muss gut vernäht werden, sonst kann alles schnell auseinandergehen", sagt Victoria.

Die Idee wollen die Schülerinnen auch nach dem Wettbewerb weiterverfolgen und eine Schülerfirma mit dem Namen "Socks`n Dogs" gründen. An der Schule gibt es seit 2010 bereits eine Schülerfirma mit dem Namen "Pick-Up". Die vier Schülerinnen wollten mit ihrem Einsatz beweisen, dass sie es auch können.

"Leider sind die Gründerinnen von "Pick-Up", die damals an einem ähnlichen Wettbewerb teilgenommen hatten, schon aus der Schule raus und das Projekt wird von anderen Klassenstufen weitergeführt", erzählt Victoria. So wollen es die Mädchen auch machen, damit ihre Idee nach ihrem Abschluss nicht im Sand verläuft.

Zwischen zehn und 20 Euro sollen ihre Produkte kosten. Der Clou: "Wir haben geplant, auf Wunsch den Namen der Käufer auf die Tiere zu sticken, so ist es ganz individuell", sagt Anne. Die bunten Knuddeltiere können je nach Wunsch mit einer Spieluhr, einer Rassel oder mit einer Aufhängung bestückt werden, um sie später über dem Kinderbett befestigen zu können. Die Mädchen haben ihren Einfall bereits vom Ideenpapier bis zum Prototyp umgesetzt, denn darum geht es bei "futurego".

In zwei Phasen entwickeln Schüler ab der 8. Klasse eine Geschäftsidee. In der ersten Phase (bis Mitte Januar) erstellen die Teilnehmer ein fünfseitiges Ideenpapier und arbeiten es in der zweiten Phase (bis 13. April) zu einem marktfähigen Businessplan aus. Eine Anleitung dazu geben futurego-Referenten in regionalen Workshops.

Den Businessplan haben die Schülerinnen schon fertiggestellt und werden ihn in den nächsten Tagen einsenden.

Unterstützt wird der Kreativwettbewerb vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Alle eingesendeten Papiere werden anschließend von Experten der Wirtschaftsjunioren Halle und Mitarbeitern der Hochschulen im Land bewertet.

Auf der offiziellen Abschlussveranstaltung am 27. Mai werden schließlich alle Geschäftsideen der teilnehmenden Teams präsentiert. Die zehn besten Businesspläne für Schülerfirmen erhalten bis zu 1000 Euro hohe Preisgelder.

Warum ihre Idee die Jury überzeugen wird, ist für Victoria ganz klar: "Es ist einmalig, dass Siebtklässlerinnen Kuscheltiere herstellen." Das machen sonst Erwachsene, und zwar beruflich. "Wir machen das aber freiwillig und neben der Schule", sagt Anne. Um beim Businessplanwettbewerb erfolgreich zu sein, brauche man eine große Portion Selbstbewusstsein.