Genthin (dpa/os) l Das Online-Angebot von Sachsen-Anhalts Bibliotheken an E-Books, elektronischen Zeitschriften und Filmen wird immer stärker genutzt. 2014 habe es mehr als 202000 Ausleihen an öffentlichen Bibliotheken gegeben - im Jahr zuvor waren es noch weniger als die Hälfte, teilte das Landesverwaltungsamt kürzlich in Halle mit. Rund 7900 Nutzer waren den Angaben zufolge dort registriert.

An Online-Ausleih-Zusammenschlüssen beteiligen sich immer mehr Bibliotheken. Zuletzt waren es nach Angaben des Bibliotheksverbandes von Sachsen-Anhalt 38 öffentliche und sechs wissenschaftliche Einrichtungen. Bundesweit sind 238 Teilnehmer organisiert. Die Bibliotheken erhoffen sich, berufstätige Erwachsene zurückgewinnen zu können, die den Weg zu den Büchereien nicht mehr auf sich nehmen und online auf Informationen und Unterhaltung zugreifen wollen.

Bundesweit hat sich nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels das Wachstum bei elektronischen Büchern im vergangenen Jahr aber stark abgeflacht. Der Umsatz wuchs 2014 um 7,6 Prozent, während er 2013 noch um mehr als 60 Prozent angestiegen war. Der Umsatzanteil von E-Books am gesamten Buchmarkt - ohne Schul- und Fachbücher - stieg damit 2014 von 3,9 auf 4,3 Prozent.

Viele in der Branche hätten beim E-Book dauerhaft höhere Wachstumsraten erwartet, räumte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ein. Dennoch sei das elektronische Buch aus dem Markt nicht mehr wegzudenken. Auch seien Lesegeräte inzwischen sehr verbreitet. Im vergangenen Jahr haben 5,7 Prozent der Bevölkerung ab einem Alter von zehn Jahren, das sind 3,9 Millionen Menschen, E-Books gekauft. Auf die Belletristik (Romane und Krimis) entfielen 84 Prozent der E-Book-Umsätze. Das ist die am meisten nachgefragte Gruppe. Ratgeber sowie Kinder- und Jugendbücher steuerten jeweils nur fünf Prozent dazu. Bei Sachbüchern/Lexika waren es sechs Prozent.

Der Börsenverein lässt vierteljährlich den E-Book-Markt vom Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment ermitteln. Absolute Umsatzzahlen werden dabei aber nicht genannt.