Zeitz/Magdeburg (dpa) l In Tröglitz hat es nach Verfassungsschutz-Erkenntnissen keine Strategie der NPD gegeben. Die Demonstrationen gegen Asylbewerber in dem knapp 3000-Einwohner-Ort im Burgenlandkreis und der Rücktritt des Ortsbürgermeisters seien nicht Ergebnis einer strategisch geplanten NPD-Initiative, teilte Sachsen-Anhalts Innenministerium am Freitag mit.

Das sei Ergebnis eines Treffens von Verfassungsschutz und Polizei aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Mitarbeitern des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Zeitz.

"Die Erkenntnisse belegen zwar die Teilnahme von einigen Personen des rechtsextremistischen Milieus an Demonstrationen vor Ort. Eine rechtsextremistische Steuerung oder Dominanz gibt es nicht", hieß es in der Mitteilung weiter. Anmelder der Demonstrationen sei ein NPD-Mitglied gewesen, allerdings habe es keine Aufforderungen gegeben, nach Tröglitz zu kommen. Es seien auch keine Busse organisiert worden.

In Tröglitz - im Dreiländereck Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen - hatten angereiste Rechte seit Wochen gegen die geplante Aufnahme von 40 Asylbewerbern demonstriert. Ortsbürgermeister Markus Nierth (parteilos) war vergangene Woche zurückgetreten, weil auch vor seinem Haus protestiert werden sollte. Er sah sich von den Behörden, der Bevölkerung und den politischen Parteien nicht genug unterstützt.