Berlin (dpa) l Die Schilder waren eine Warnung: Betreten, Befahren und bildliche Darstellung verboten. In die bestens gesicherten und oft getarnten DDR-Sperrgebiete kam kein Normalsterblicher hinein. Stasi, Militär und sowjetische Streitkräfte belegten in der DDR nach einer neuen Studie ungefähr 6000 abgesperrte Liegenschaften. Vollständig sei die Liste aber noch nicht, heißt es in dem Band "Sperrgebiete in der DDR" der Stasi-Unterlagen-Behörde. Die Publikation enthält zahlreiche Karten mit den Sperrzonen.

Für die Bevölkerung waren die abgeschirmten und gesicherten Objekte tabu. Wenn jemand zu nahe kam, drohten Strafen. Antrieb für das 1987 gestartete Projekt sei der wachsende Unmut der Bevölkerung über die Aneignung von Gebieten durch die sowjetischen Truppen gewesen. Auch schwere Schäden durch Manöver sowie Unglücke mit Sowjetsoldaten hätten sich nicht mehr ignorieren lassen.