Magdeburg l Ein warmer, weicher Ton von der Traversflöte umrahmte am vergangenen Sonntagvormittag das Preisträgerkonzert des 8. Internationalen Telemann-Wettbewerbs in Magdeburg. Leicht und flüssig, als intoniere das Instrument von selbst. Die sensiblen Klänge, die dem Zuhörer in die Seele dringen, zaubert Lorenzo Gabriele aus Italien. Der Gewinner des ersten Preises trifft genau jenen barocken Musizierstil, der die Zeit vorstellbar macht, Leben und die Freude am Spielen transportiert.

Das Publikum im Gartensaal des Gesellschaftshauses, einmal so begeistert, lässt sich vom Enthusiasmus der jungen Preisträger mitreißen, während es Werke von Georg Philipp Telemann und Detri genießt.

Insgesamt 73 Teilnehmer waren in diesem Jahr angetreten, Telemanns Musik, die sich bereits zu Lebzeiten bis nach Frankreich verbreitete, als europäisches bzw. Welt-Kulturgut zu interpretieren und zu pflegen. Immerhin 23 Nationen trafen sich zum musikalischen Wettstreit.

Die belebenden und inspirierenden Momente kamen nicht nur von der Traversflöte. Der Belgier Jan Van Hoecke erhielt den Sonderpreis für die beste Aufführung stilgerechter eigener Verzierungen. Während seines Blockflöten-Spiels freute sich das Publikum über rasante Läufe und reichlich lebensfrohe Virtuosität, geschmückt mit feinstem Zierwerk gleich einem Petit Four.

Feinfühlige Begleitung vom Leipziger Barockorchester

Virtuose Leichtigkeit transportierte auch Liv Heym aus Österreich während des Concerto B-Dur für Violine, Streicher und Basso continuo TWV 51:B1 in Begleitung des Leipziger Barockorchesters unter der Leitung von Konstanze Beyer. Einfühlsam sang ihre Violine. Neben dem Bärenreiter Urtext Preis erhielt sie auch den Publikumspreis.

Was für ein Klang, welch Artikulation von der Oboe! Clara Geuchen aus Deutschland ist die dritte Preisträgerin und musizierte sich auch am Sonntagvormittag in die Herzen der Zuhörer. Leicht, federnd und schwungvoll interpretierte Julia Fritz aus Österreich Telemanns Sonatine c-Moll für Blockflöte und Basso continuo. Die Musikerin ging hier äußerst kunstfertig und mit viel Ausdruck vor und unterstrich so die Plastizität der Komposition.

Cornelia Osterwald am Cembalo begleitete allzeit einfühlsam und flexibel. Das Leipziger Barockorchester musizierte angenehm und feinfühlig und unterstützte die Solisten souverän.

Magdeburg schickt die jungen Musiker wieder in die Welt, weitere Erfahrungen mit der Alten Musik zu sammeln. Verbunden darin die Zuversicht, den einen oder anderen Preisträger in zwei Jahren wiederzusehen.