Magdeburg l Die Zahl der in Sachsen-Anhalt registrierten Straftaten ist 2014 gegenüber dem Vorjahr erneut leicht angestiegen - auf insgesamt 194.486 Straftaten. Wie Innenminister Holger Stahlknecht am Dienstag erklärte, konnte aber jeder zweite Fall aufgeklärt werden.

Den größten Anteil machten die Diebstahlsdelikte aus. Gegenüber dem Vorjahr gab es in diesem Bereich eine Steigerung um 860 Fälle auf 81.069 Straftaten. Bei den Sachbeschädigungen gab es einen Rückgang um 1313 Fälle auf 20.220 Delikte. Die Graffiti-Kriminalität ging sogar um 17,1 Prozent zurück.

Drogen entwickeln sich zum Problemfall
Gesondert ging Stahlknecht auf die Entwicklung der Drogenkriminalität im Land ein. Die Zahl der Delikte stieg deutlich von 6088 auf 7056 im vergangenen Jahr. Das entspricht einer Zunahme von 16,5 Prozent.

Stahlknecht machte dabei deutlich, dass diese Entwicklung "auf die Erhöhung des Kontrolldrucks" zurückzuführen sei. Er sagte: "Durch intensive Ermittlungen werden nicht nur mehr Taten bekannt, sondern es gelingt auch, größere Mengen an Rauschgift aus dem Verkehr zu ziehen."

Insgesamt seien im vergangenen Jahr Drogen im Wert von 4,5 Millionen Euro sichergestellt worden. 1,5 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Mit 10.900 Pflanzen wurden im vergangenen Jahr noch nie so viele Cannabisgewächse von der Polizei sichergestellt wie 2014.

Das Rauschgift Crystal (2085 Fälle) ist weiter auf dem Vormarsch. Die Drogen rangieren inzwischen an zweiter Stelle gleich nach den Cannabisprodukten (3049). Im vergangen Jahr gab es sechs Drogentote zu beklagen, im Jahr davor waren es neun. Zum Vergleich: 1994 waren noch 129 Menschen an Rauschgift in Sachsen-Anhalt verstorben.

Täglich 14 Gewaltdelikte
Durchschnittlich etwa 14 Gewaltdelikte pro Tag hat die Polizei im vergangenen Jahr im Land registriert. Zu diesem Bereich zählen unter anderem gefährliche und schwere Körperverletzungen und Raubstraftaten. Diese Straftaten stiegen um 154 Fälle auf 5274 Delikte. Es handele sich aber dennoch um den zweitniedrigsten Wert der letzten zehn Jahre, so Stahlknecht. 80 Prozent der Gewaltstraftaten konnten aufgeklärt werden. Mehr als ein Viertel der Verdächtigen waren zur Tatzeit betrunken.

Auch mehr Gewalt gegenüber Polizeibeamten
In 1266 Fällen sind im vergangenen Jahr Polizisten Opfer einer Straftat geworden. Das sind 97 Fälle mehr, als noch im Jahr 2013. Ebenfalls angestiegen ist die zahl der verletzten Polizeibeamten. Sie stieg von 205 auf 245. Bei 179 Beamten rührte die Verletzung aus Widerstandshandlungen, bei 66 waren sie Folge von Angriffen.

Sieben Morde und elf Versuche
Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen-Anhalt sieben vollendete Morde und elf Versuche. 2013 waren es nur vier vollendete Taten und elf Versuche. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei fast 90 Prozent.

Als Totschlag hat die Polizei insgesamt 49 Verbrechen eingestuft. Davon waren 14 vollendet und 35 im Versuch stecken geblieben. Darüber hinaus kam es in 26 Fällen zu einer fahrlässigen Tötung.