Magdeburg l Seit vier Jahren steigt in Sachsen-Anhalt die Zahl der angezeigten Kriminalfälle kontinuierlich leicht an. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bezeichnete das Sicherheitsniveau im Land dennoch als solide. "Ich sage aber auch, dass diese Leistung unter zum Teil hohen Belastungen erbracht worden ist." Die Zahlen im Einzelnen:

lDen größten Anteil machen die Diebstahlsdelikte aus. Gegenüber dem Vorjahr gab es eine Steigerung um 860 Fälle auf 81069 Straftaten. Um 700 Delikte nahm die Zahl der Fahrraddiebstähle auf 8149 Straftaten zu. Durchschnittlich wechselt damit inzwischen im Land pro Stunde ein Fahrrad unerwünscht den Besitzer.

lSachbeschädigungen gingen um 1313 Fälle auf 20220 Delikte zurück. Die Graffiti-Straftaten gingen sogar um 17,1 Prozent zurück.

Im Schnitt 14 Gewaltdelikte am Tag

lDie Drogenkriminalität stellte auch im vergangenen Jahr erneut ein Problem dar. Die Zahl der Delikte nahm deutlich von 6088 auf 7056 Fällen im vergangenen Jahr zu. Das entspricht einem Anstieg von 16,5 Prozent. Stahlknecht machte dabei deutlich, dass diese Entwicklung "auf die Erhöhung des Kontrolldrucks" zurückzuführen sei. Er sagte: "Durch intensive Ermittlungen werden nicht nur mehr Taten bekannt, sondern es gelingt auch, größere Mengen an Rauschgift aus dem Verkehr zu ziehen." Insgesamt stellte die Polizei im vergangenen Jahr Drogen im Wert von 4,5 Millionen Euro sicher. Das sind 1,5 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Mit 10900 Pflanzen wurden im vergangenen Jahr noch nie so viele Cannabisgewächse von der Polizei sichergestellt wie 2014. Das Rauschgift Crystal Meth (2085 Fälle) ist weiter auf dem Vormarsch. Die Droge rangiert inzwischen an zweiter Stelle gleich nach den Cannabisprodukten (3049). Im vergangen Jahr gab es sechs Drogentote zu beklagen, im Jahr davor waren es neun. Zum Vergleich: 1994 verstarben noch 129 Menschen an Rauschgift in Sachsen-Anhalt.

lDurchschnittlich etwa 14 Gewaltdelikte pro Tag hat die Polizei im vergangenen Jahr im Land registriert. Zu diesem Bereich zählen unter anderem gefährliche und schwere Körperverletzungen und Raubstraftaten. Diese Straftaten stiegen um 154 Fälle auf 5274 Delikte. Bei der Zahl handelt sich aber dennoch um den zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. 80 Prozent der Gewaltstraftaten konnten aufgeklärt werden. Mehr als ein Viertel der Verdächtigen war zur Tatzeit betrunken.

lIn 1266 Fällen sind im vergangenen Jahr Polizisten Opfer einer Straftat geworden. Das sind 97 Fälle mehr als noch im Jahr 2013. Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der verletzten Polizeibeamten. Sie stieg von 205 auf 245. Bei 179 Beamten rührte die Verletzung aus Widerstandshandlungen, bei 66 war sie Folge von Angriffen.

Hohe Aufklärungsquote bei Sexualstraftaten

lMit 155 mehr Sexualstraftaten ist die Zahl der Straftaten in diesem Bereich auf 1525 Fälle gestiegen. Besonders deutlich wird dies auch beim sexuellen Missbrauch von Kindern. Von 450 Fällen im Jahr 2013 stiegen diese Straftaten auf 533 im vergangenen Jahr.

Allerdings: Die Polizei hat in diesem Bereich auch eine Aufklärungsquote von 86,2 Prozent. Die 1313 Opfer von Sexualstraftaten waren überwiegend weiblich, nur 285 männlich. Umgekehrt waren unter den 1222 ermittelten Tatverdächtigen nur 80 Frauen.

lIm vergangenen Jahr gab es in Sachsen-Anhalt sieben vollendete Morde und elf Versuche. 2013 waren es hingegen nur vier vollendete Taten und elf Versuche. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei fast 90 Prozent. Als Totschlag hat die Polizei insgesamt 49 Verbrechen eingestuft. Davon waren 14 vollendet, in 35 Fällen blieb es beim Versuch. Darüber hinaus kam es in 26 Fällen zu einer fahrlässigen Tötung.