Magdeburg l Während Frank Wöhling am frühen Abend bei der Jugendfeuerwehr in Magdeburgerforth seinem Ehrenamt nachgeht, steigen in sein Einfamilienhaus ungebetene Gäste ein. Das Zuhause des 48-Jährigen liegt nur wenige Kilometer von der Autobahn2 entfernt.

Einbrecher durchwühlen alles vom Keller bis zum Dachboden. Es fehlen am Ende 1800 Euro Bargeld, Schmuck, Uhren und ein Laptop - eben alles, was irgendwie in eine Tasche oder einen Rucksack passt.

Die Versicherung ersetzt zwar etliches. Doch der Schaden geht weit über das Materielle hinaus. Frank Wöhling und seine Lebensgefährtin fühlen sich im eigenen Haus nicht mehr sicher. "Ich habe gleich am nächsten Tag fünf Alarmsicherungen für Fenster und Türen gekauft, völlig überstürzt. Für uns bleibt dennoch immer ein komisches Gefühl, wenn wir nach Hause kommen."

Polizeikontrollen verstärkt


Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch vom Revier Burg im Jerichower Land: "Einbrüche wie bei Familie Wöhling gibt es leider immer häufiger". Besonders stark traf es den Landkreis im September vergangenen Jahres. Entlang der Autobahn 2 und der Bundesstraße 1 häuften sich die Hauseinbrüche in den Nachmittags- und Abendstunden. Die Täter kamen fast immer am späten Nachmittag oder frühen Abend - wenn es dunkel wird, die Bewohner aber noch nicht zu Hause sind.

Die Polizei verstärkte die Kontrollen, erhielt auch Unterstützung von der Landesbereitschaftspolizei. Im Dezember fassten Ermittler in Niedersachsen zwei Rumänen, die für mindestens vier Einbrüche im Jerichower Land in Frage kommen. Zwei Monate später stellte die Polizei bei Genthin ein Einbrecher-Trio, ebenfalls aus Osteuropa. Ihm konnten mehrere Taten nachgewiesen werden. "Solche reisenden Täter bereiten uns zunehmend Sorge", sagt der Sprecher des Landeskriminalamtes, Andreas von Koß.

In Magdeburg hat sich die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser im vergangenen Jahr sogar verdoppelt. In der Börde stieg die Zahl von 115 auf 163 und im Jerichower Land von 60 auf 91. Spitzenreiter ist der Burgenlandkreis (A9 und A38) mit 165 Einbrüchen. Meistens steigen die Täter an der Rückseite des Hauses oder durch die Terrassentür ein.