Der Gesuchte
Die aktuelle Personenbeschreibung aus Hannover:
Der etwa 45 bis 55 Jahre alte Mann ist etwa 1,70 bis 1,73 Meter groß. Er hat ein rundliches Gesicht und eine kräftige Statur. Beschrieben wird der Mann als norddeutscher Typ, spricht aber einen undeutlichen osteuropäischen Akzent. Auffällig ist außerdem eine einseitige leichte Gehbehinderung. Bei den Überfällen trägt der Mann ein Basecape oder Schiebermütze. Er stellt oft das Auto in weiterer Entfernung ab und sucht den Tatort mit dem Fahrrad auf.

Die Beschreibung aus Möckern: Der etwa 40 bis 50 Jahre alte Mann ist 1,75 bis 1,80 Meter groß und hat ein rundliches Gesicht. Der Räuber trug eine Mütze mit rundem Schirm. Er sprach osteuropäischen Akzent.
Hinweise erbittet die Polizeidirektion Nord in Magdeburg unter (0391) 5465196.

Magdeburg l Es ist Sonnabend, der 31. Januar, gegen 19.50 Uhr in einem Lebensmittel-Discounter in Möckern. Die 21-jährige Kassiererin beobachtet, wie ein Kunde mittleren Alters vor einem Chipsregal steht. Der zirka 40 bis 50 Jahre alte Mann, etwa 1,75 Meter groß, geht danach mit etwas Käse, Butter und Schokolade zur Kasse. Die Angestellte folgt ihm und tippt die Preise in die Kasse. Als diese sich öffnet, wird die junge Frau von einem Pistolenlauf angestubst. Der Mann mit der Schirmmütze fuchtelt mit der Waffe herum, übergibt eine Plastiktüte. Darin muss das Opfer das Geld verstauen. Der Räuber verschwindet. Nur eine Stunde später verliert der sofort eingesetzte Fährtenhund die Spur etwas entfernt in einer Nebenstraße.

Was die Kassiererin zu dieser Zeit noch nicht weiß: Bei dem Räuber könnte es sich um einen gefährlichen Serientäter handeln, der im weiteren Bereich der Autobahn 2 in mehreren Bundesländern seit etwa einem Jahr sein Unwesen treibt.

Patronenhülse aus Burg aus der Mordwaffe
In einem Supermarkt in Hannover hat er bereits am 4. Dezember vergangenen Jahres einen 21-jährigen Zeugen des Überfalls erschossen. Als der Räuber die Kassiererin bedrohte, wollte der junge Mann eingreifen. Das couragierte Handeln bezahlte er mit seinem Leben. Er starb durch eine Kugel im Kopf. Ein weiterer Kunde wurde durch einen Schuss schwer verletzt. Die Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden.

Staatsanwältin Anna Tafelski aus Hannover: "Wir können dem Unbekannten inzwischen sicher sieben Überfälle nachweisen." In diesen Fällen hatte der Täter immer die gleiche Waffe benutzt oder eine DNA-Spur hinterlassen.

So sind sich die Beamten der Ermittlungsgruppe "Discounter" in Hannover auch sicher, dass der Räuber den Rewe-Markt in Burg im Jerichower Land überfallen hat.

Der Fall: Ein als 40 bis 50 Jahre alt beschriebener Räuber legt an jenem 12. August gegen 21.45 Uhr eine Tafel Schokolade auf das Band und richtet die Waffe auf die 51-jährige Kassiererin. Er ruft mehrmals: "Geld her! Geld her!" Doch die Angestellte kann die Kasse nicht schnell genug öffnen. Als der Mann mit der Schirmmütze die Geduld verliert, fällt ein Schuss. Die Kassiererin entkommt, wie sich später herausstellt, haarscharf einer Verletzung.

Weil das Projektil zunächst nicht gefunden wird, geht die Polizei zunächst von einer Schreckschusswaffe aus. Doch das erweist sich als Irrtum. Die Ermittler aus Burg schicken die aufgefundene Patronenhülse zur Suche nach Fingerabdrücken in das Landeskriminalamt. Anschließend erfolgt die Untersuchung im Bundeskriminalamt. Dort wird festgestellt: Sie stammt aus einer scharfen Waffe. Später gibt es dann den Übereinstimmungs-Treffer nach dem Raubmord in Hannover.

Wie Staatsanwältin Anna Tafelski weiter sagt, werden insgesamt 30 Fälle durch die Ermittlungsgruppe "Discounter" überprüft. Darunter auch ein Fall aus Dessau-Roßlau vom 21. Februar dieses Jahres.

Die Gemeinsamkeiten: Der Einzeltäter sucht immer kurz vor Feierabend die Märkte auf, legt eine Kleinigkeit auf das Band und verlangt dann die Herausgabe des Bargeldes. In vielen der Fälle nutzt der Täter ein Fahrrad, das er später in den Fluchtwagen verstaut. Bei den Überfällen wirkt der Mann ruhig und beherrscht. Als Motiv schließt Staatsanwältin Tafelski Geldnot nicht aus. In jedem Fall dürfte der Mann aber unter hoher Anspannung stehen und gilt daher als sehr gefährlich.

Fall Möckern wird noch in Magdeburg ermittelt
Der Fall in Möckern wird zurzeit noch von der Kriminalpolizei in Magdeburg untersucht. Polizeisprecherin Beatrix Mertens: "Es gibt zwar auffällige Übereinstimmungen in der Begehungsweise und der Personenbeschreibung, ein Sachbeweis fehlt uns aber noch." Das wären zum Beispiel eine DNA-Spur oder wie im Burger Fall eine am Tatort zurückgelassene Patronenhülse.

Dennoch will die Polizei in Sachsen-Anhalt entlang der gesamten Autobahn 2 die Fahndungsplakate an Autohöfen und Rastplätzen aufhängen. Angesprochen werden sollen vor allem durchreisende Zeugen. Beatrix Mertens: "Man sollte den Mann aber nicht ansprechen oder sogar bei Überfällen eingreifen. Wichtig ist, alles zu beobachten und sofort die Polizei zu alarmieren."

   

Bilder