Donald Duck ist über 80, doch dem leicht renitenten, meist glücklosen Comic-Erpel ohne Hose sieht man das Alter nicht an. Bei seinen treuesten Anhängern ist das anders. "Ab 40 aufwärts", umschreibt Rainer Bechtel die Altersgruppe der Donaldisten, die dem Mysterium Entenhausen samt seiner Bewohner beharrlich nachspüren - allen skeptischen Blicken und bissigen Kommentaren zum Trotz.

Die Jahrestagung der "Deutschen Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus" (D.O.N.A.L.D.) am heutigen Sonnabend in Schwerin ähnelt daher eher einem Altherrentreffen. "Bei dem multimedialen Überangebot hätten es die Comic-Figuren heute schwer, bei den Kindern anzukommen", sagt Bechtel. Mit 45 zählt der "PräsidEnte" noch zu den Jüngeren, die Donald Duck huldigen.

Der Fantasie scheint das Alter der Donaldisten aber keinen Abbruch zu tun. Ihre Fragestellungen wecken auch bei weniger Duck-geprägten Zeitgenossen Interesse. Warum gibt es in Entenhausen Onkel und Neffen, während man nach Vätern, Müttern und Kindern vergeblich sucht?, lautet eine dieser ungeklärten Fragen. Oder: Wo überhaupt liegt Entenhausen?

Der Vermessungstechniker Bechtel vermutet die Stadt in einem Paralleluniversum. Da sie den Zugang noch nicht gefunden haben, treffen sich gut 100 der bundesweit 900 Donaldisten im ganz realen Schwerin. "In solch einem Zuckerbäcker-Schloss könnte Dagobert gut sein Geld horten", schwärmt ein Donaldist.dpa/vs