Für Kröten ist es wieder Zeit zu wandern. Straßen können sie zwischen vielerorts schon unterirdisch passieren. Doch es gibt Frösche, die weigern sich einfach, Amphibientunnel zu benutzen. Unser Laubfrosch ist so einer. Selber schuld, könnte man sagen. Aber er steht schließlich unter Naturschutz, muss also geschützt werden, ob er will oder nicht.

Nun gibt es ja auch Menschen, die keine Unterführungen benutzen und es bevorzugen, über die Straße zu sprinten. Die kann man direkt fragen, warum sie das tun - zumindest jene, die dieses Verhalten noch nicht mit dem Leben bezahlt haben. Der Laubfrosch dagegen hat seine ablehnende Haltung gegenüber dem Krötentunnel noch nicht erläutert. Es heißt, er meide die dunklen, stickigen Röhren, weil es nun einmal seine Art wäre, in Baum und Strauch herumzuklettern - wie sein Name Hyla arborea es besagt. Daher würde er eine oberirdische Route über den Asphalt bevorzugen. So ein Tunnel wäre für ihn einfach nicht artgerecht.

Als Lösung des Problems würde sich eine Luftbrücke anbieten. Was Sachsen-Anhalt bei Fledermäusen an der Nordverlängerung der A 14 so vorbildlich gelingt (zehn Brücken auf 97 Kilometer), sollte doch auch bei Laubfröschen möglich sein, um die Fröschlein artgerecht auf die andere Seite zu bringen. Solange zumindest, bis die Störche, Krähen und Greifvögel davon Wind bekommen haben.