Magdeburg l Frauen und Männer sollen das Gleiche verdienen. In diesem Punkt sind sich die Vertreter der Landtagfraktionen einig, nicht aber über die Wege. In einer aktuellen Debatte zum Thema betonte Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion am Freitag: "Das ist eine reale gesellschaftliche Ungerechtigkeit, die abgeschafft gehört." Das von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig geplante Gesetz zur Lohntransparenz wird ebenfalls von ihr unterstützt.

Um dieses Ziel zu erreichen, erarbeitet Gleichstellungsministerin Angela Kolb (SPD) gemeinsam mit Vertretern der Bundesländer einen Maßnahmenkatalog. Demnach sollte jede Frau einen individuellen Anspruch auf Lohntransparenz haben. Außerdem regt Kolb an, dass Tarifverträge auf eventuelle Ungerechtigkeiten überprüft werden sollen.

Claudia Dalbert (Bündnis 90/Grüne) fordert: "Symbolpolitik bringt uns nicht weiter, wir sollten nicht auf Berlin warten." Sie plädiert für längere Kita-Öffnungszeiten und mehr Ganztagsschulen in Sachsen-Anhalt. Auch Wulf Gallert (Die Linke) fordert konkrete Maßnahmen im Land. "Wir könnten ja bei unseren Verwaltungsangestellten anfangen, auf deren Bezahlung wir Einfluss haben", sagt er. Seine Partei unterstützt zudem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen unabhängig vom Geschlecht.

Angela Gorr (CDU) forderte, dass der Wert der Arbeit keine Frage des Geschlechtes sein sollte. "Meiner Meinung nach muss es eine praktikable gesetzliche Änderung und eine Änderung in den Köpfen der Menschen geben", sagt sie.

Laut Statistischem Bundesamt verdienten Frauen 2014 durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Bereinigt man den Wert um Faktoren wie unterschiedliche Branchen- und Berufswahl, sind es noch rund sieben Prozent. Ministerin Kolb sagte, dass selbst ein Prozent noch zu viel sei, "weil es Unrecht ist, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer."