Magdeburg l Die Landesbeschäftigten erhalten seit diesem Monat deutlich mehr Geld - doch unter den Lehrern gibt es Streit. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wirft dem Beamtenbund (dbb) den "Verrat unserer Ziele" vor, wie GEW-Landeschef Thomas Lippmann der Volksstimme sagte.

Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Konflikt: Viele angestellte Lehrer sind schlechter eingruppiert als ihre verbeamteten Kollegen. Für die gleiche Arbeit bekommen sie teilweise mehrere Hundert Euro weniger. Das wollten die Gewerkschaften bei den Verhandlungen mit den Ländern am Wochenende ändern.

In Potsdam hatten sich die Gewerkschaften und die Länder auf ein grundsätzliches Lohnplus von 4,6 Prozent geeinigt. Der Verhandlungsführer der Länder, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), hat zudem vorgeschlagen, den angestellten Lehrern einen Zuschlag in Höhe von 30 Euro pro Monat zu zahlen. Der Beamtenbund will das als "Einstieg" in die gleiche Bezahlung für seine Mitglieder akzeptieren.


Der GEW, die nach eigenen Angaben etwa zwei Drittel der in Sachsen-Anhalt gewerkschaftlich organisierten Lehrer vertritt, reicht das nicht. "Dieser Vorschlag ist lächerlich. Die Länder wollen Lehrer mit ihrer Macht weiter nach unten stufen anstatt sie fair zu bezahlen. Und der Beamtenbund macht sich dabei noch zum Steigbügelhalter", sagte Lippmann. Wolfgang Ladebeck, Landesvorsitzender des dbb, wies diesen Vorwurf zurück: "Der Ursprungsplan ließ sich nicht umsetzen. 30 Euro sind besser als nichts. Man kann auch viel fordern und nichts kriegen - so wie die GEW."

Man habe von der Tarifrunde der Länder "die Nase voll", sagte Lippmann. Die GEW erwäge nun andere Optionen: den Rechtsweg und Gespräche mit den Fraktionen des Landtags. Lippmann: "Alle Akteure der Landespolitik sind für die Schulpolitik verantwortlich. Deshalb sind auch die Abgeordneten aufgefordert, das Problem der ungleichen Bezahlung mit uns gemeinsam zu lösen."