Magdeburg l Rund 2800 Flüchtlinge sind in den ersten drei Monaten des Jahres in Sachsen-Anhalt angekommen. Das sagte der Leiter der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt, Eckhardt Stein, am Dienstag. Angesichts des anhaltenden Zustroms der Asylsuchenden plant das Land eine Zweigstelle der ZASt einzurichten, bestätigte das Innenministerium.

Mehrere Standorte seien dafür im Gespräch, so ein Sprecher. Das insolvente Kinder- und Erholungszentrum (KiEZ) im Harzer Örtchen Güntersberge sei im Moment "die Hauptstoßrichtung" des Ministeriums. Der Trägerverein des KiEZ hatte Anfang des Jahres Insolvenz anmelden müssen. Ein weiterer Betrieb ohne staatliche Hilfe gilt als unwahrscheinlich. In den vergangenen 25 Jahren ist aus dem früheren DDR-Pionierlager ein Freizeitzentrum geworden. In den dortigen Bungalows könnten 300 Flüchtlinge untergebracht werden, vor allem Familien.

Auf dem Gelände der ZASt in Halberstadt werden zudem 44 Wohncontainer aufgestellt, in denen 88 Menschen vorübergehend Unterschlupf finden sollen. Dort wird derzeit auch ein weiterer Wohnblock der ehemaligen NVA-Kaserne saniert. Nach Abschluss der Arbeiten sollen rechnerisch 1200 Asylsuchende ein Bett finden.