Magdeburg l Kaum ein Bundesland hat einen höheren Krankenstand als Sachsen-Anhalt. Das zeigen die aktuellen Zahlen der zwei größten Krankenkassen im Land. Demnach fehlten Beschäftigte, die bei der AOK Sachsen-Anhalt versichert sind, zuletzt 21 Tage im Jahr - getoppt wurde das nur durch die Saarländer; der Bundesschnitt lag bei 19 Tagen.

Bei der Barmer GEK kamen die Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt mit 20 Krankentagen sogar drei Tage über den deutschlandweiten Schnitt von 17. Dahinter landeten noch Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg. Am seltensten fehlten die Mitarbeiter in Bayern und Baden-Württemberg.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Krankenstand in Sachsen-Anhalt leicht angestiegen (um knapp einen halben Tag).

Einem Barmer-GEK-Sprecher zufolge kamen die höheren Fehlzeiten im Ländervergleich vor allem durch eine größere Häufigkeit an Krankschreibungen zustande. Einen Hauptgrund hierfür vermutet er in der Demografie, sprich: Hierzulande leben mehr ältere Menschen als zum Beispiel in Bayern. Dadurch sei es möglich, dass hier häufiger Menschen wegen Krankheiten fehlen, die verstärkt im Alter auftreten - zum Beispiel Diabetes.

Der Krankenkasse zufolge hatten innerhalb Sachsen-Anhalts die meisten Fehltage die Salzländer (21,5) und Mansfeld-Südharzer (21,3) zu verbuchen, die wenigsten gab es bei den Beschäftigten im Altmarkkreis Salzwedel (18,1) und in Magdeburg (18,8).

Als Berufe mit dem höchsten Krankenstand machten die Kassen solche aus, die körperlich stark belasten - etwa Helfer in der Krankenpflege, Aufseher, Berufe in der Ver- und Entsorgung und in der Eisenbahnwartung. Am seltensten betroffen waren Jobs in der Hochschullehre und -Forschung. Allerdings ist dort der Anteil an psychischen Erkrankungen besonders hoch.