Gommern/Schönebeck (dpa/ro) l Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Jochen Brühl, hat nach dem schweren Gas-Unglück mit drei Toten die Tafel in Gommern besucht. Er kam am Mittwoch zunächst zur Unglücksstelle, vor der Blumen abgelegt sind. Drei Helfer waren dort am Donnerstag vergangener Woche bei einer Verpuffung ums Leben gekommen. Anschließend fuhr Brühl in die neue Ausgabestelle, die die Stadt kurzfristig zur Verfügung gestellt hatte. Dort sollen Bedürftige von der kommenden Woche an wieder Nahrungsmittel erhalten.

Der Vorsitzende des Tafel-Landesverbandes, Andreas Steppuhn, hatte zuvor betont, es sei ihm und Brühl wichtig, vor Ort noch einmal ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer, aber auch ihre Solidarität mit den ehrenamtlichen Helfern zum Ausdruck zu bringen.

Die Tafeln in der Region ziehen keine voreiligen Schlüsse aus dem tragischen Gas-Unglück in Gommern. Die verwendete Technik werde fortlaufend gewartet oder unterscheide sich von jener in Gommern verwendeten, so die Verantwortlichen des Vereins für Integration, Beschäftigung und Soziales (IBS) aus Staßfurt und der Koordinator von "Suppe Seele", der Schönebecker Tafel. Auch in Egeln und in Hecklingen haben die Betreiber der Tafeln keine Sicherheitsbedenken. Die Verantwortlichen der Essensausgaben im Salzland sprechen unisono von großer Bestürzung, die nach dem Vorfall unter den Ehrenämtlern und sonstigen Helfern zu spüren gewesen sei.

Die Polizei ermittelt unterdessen noch immer zur genauen Ursache der Explosion. Wie ein Sprecher am Mittwoch sagte, erstellt das Landeskriminalamt ein Gutachten zu einem Heizgerät. Von diesem soll das Unglück ausgelöst worden sein.Am Freitag soll es in Gommern eine ökumenische Trauerfeier für die drei getöteten Tafel-Mitarbeiter geben. Hier haben sich zahlreiche Tafel-Verantwortliche und -Helfer angekündigt.