Magdeburg l Angesichts der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt hat sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) für "regionalspezifische Lösungen" ausgesprochen. Das betreffe zum Beispiel die ärztliche Versorgung auf dem Land, die Altenbetreuung oder die Gestaltung des Schulnetzes, sagte er am Donnerstag bei der Eröffnung des 3. Demografiekongresses der Landesregierung. Grundlagen für die weitere positive Entwicklung des Landes sieht der Regierungschef neben der verstärkten Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt und einer noch aktiveren Familienpolitik vor allem in Weltoffenheit. "Wir müssen eine weltoffene Gesellschaft sein, die auch Zuwanderung zulässt", sagte er. "Nur wenn wir Menschen aus anderen Nationen ermuntern, zu uns zu kommen und diese auch integrieren, haben wir die Chance, dass Sachsen-Anhalt als eigenständiges Bundesland überlebt."

CDU-Fraktionschef André Schröder sprach sich für eine "flexiblere Anwendung staatlicher Vorschriften in ländlichen Gebieten" aus. Auf Bundesebene müsse überlegt werden, Standards dort zu öffnen, wo ländliche Gebiete zu stark belastet würden, sagte er. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Wulf Gallert, sagte, der demografische Wandel stelle gerade die ländlichen Regionen vor schwierige Herausforderungen. Er warf der Landesregierung vor, "mit ihrer Politik der Aushöhlung der öffentlichen Daseinsvorsorge und ihrer Finanzpolitik" wesentliche Entwicklungen verschärft zu haben. Der Umgang mit demografischem Wandel erfordere eine grundsätzlich andere Politik, sagte er.

Der Kongress bildete den Auftakt zur ersten Demografie-Woche, die bis zum 17. April in allen Regionen Sachsen-Anhalt stattfindet. An ihr beteiligen sich rund 100 Institutionen mit etwa 130 Projekten. Meinung

 

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