Magdeburg/Quedlinburg (st) l Weil sie ihre Tochter und ihre Schwester anderen Männern gegen Geld zum Sex überlassen hat, muss eine 35-Jährige aus Quedlinburg knapp fünf Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Magdeburg verurteilte Ines H. wegen schweren sexuellen Missbrauchs in sechs Fällen und Beihilfe zum sexuellen Missbrauch in einem Fall zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten, teilte eine Gerichtssprecherin am Dienstag mit.

Ab 2010 soll Ines H. ihre damals zehnjährige Tochter und ihre 15-jährige Schwester an Männer verkauft haben. In einem Fall im Mai 2011 hatte sie die Mädchen an einem Waldrand zwei Männern übergeben. In einer Wernigeröder Wohnung mussten die Minderjährigen einige Sexpraktiken über sich ergehen lassen. Film- und Fotoaufnahmen des Missbrauchs landeten später im Internet und brachten Ermittler auf die Spur der Pädophilen. Dafür soll die Mutter 800 Euro bekommen haben. Ihre Tochter erhielt 50 Euro, die Schwester 20 Euro und eine Schachtel Zigaretten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die beiden Männer, an die Ines H. die Mädchen verkaufte, stehen derzeit noch in Leipzig vor Gericht.