Diese Regelsätze drohen den Rasern

Überschreitungen innerorts
1- 10 km/h; 15 Euro
11-15 km/h; 25 Euro
16-20 km/h; 35 Euro
21-25 km/h; 80 Euro, 1 Punkt
26-30 km/h; 100 Euro, 1 Punkt
31-40 km/h; 160 Euro, 2 Punkte,
1 Monat Fahrverbot
41 - 50 km/h; 200 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
51 - 60 km/h; 280 Euro, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot
61 - 70 km/h; 480 Euro, 3 Punkte, 3 Monate Fahrverbot
über 70 km/h; 680 Euro, 3 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Außerhalb geschlossener Ortschaften
1- 10 km/h; 10 Euro
11-15 km/h; 20 Euro
16-20 km/h; 30 Euro
21-25 km/h; 70 Euro, 1 Punkt
26-30 km/h; 80 Euro, 1 Punkt
31-40 km/h; 120 Euro, 1 Punkte,
1 Monat Fahrverbot
41 - 50 km/h; 160 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
51 - 60 km/h; 240 Euro, 2 Punkte, 1 Monate Fahrverbot
61 - 70 km/h; 440 Euro, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot
über 70 km/h; 600 Euro, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Gebühren und Verjährung
Ab 60 Euro kommen noch 28,50 Euro Gebühren dazu. Einträge auf dem Punktekonto können zu einem erhöhten Bußgeld führen. Ordnungswidrigkeiten verjähren frühestens nach drei Monaten. Bestimmte Umstände können die Frist verlängern.

Magdeburg l Ein Viertel aller Unfälle mit schwerem Personenschaden sind in Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 durch überhöhte Geschwindigkeiten verursacht worden. 50 Prozent aller Verkehrstoten gab es zudem außerhalb geschlossener Ortschaften. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) kündigte angesichts dieser Zahlen "ein konsequenteres Durchgreifen an".

Bereits im vergangenen Jahr setzte die Polizei erstmals wieder auf mehr Tempokontrollen, nachdem diese seit 2008 kontinuierlich zurückgingen. Durchschnittlich 800 Raser haben Polizisten im vergangenen Jahr pro Tag erwischt.

Laut Technischem Polizeiamt spiegelte sich das auch in den häufiger ausgesprochenen Fahrverboten wider. So mussten im vergangenen Jahr insgesamt 9380 Fahrverbote ausgesprochen werden, 6705 Mal wegen überhöhter Geschwindigkeit. Die meisten gaben ihren Führerschein für einen Monat ab. Führend in der Statistik der zeitweisen Fußgänger sind übrigens Männer. Nur jedes sechste Fahrverbot galt somit einer Frau.

Besonders am morgigen Donnerstag dürfte die Gefahr für Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote für 18 Stunden ab 6 Uhr besonders hoch sein. Zum ersten Mal schließt sich die Polizei in 21 europäischen Ländern zu einem gemeinsamen Blitzmarathon zusammen.

Innenministeriumssprecher Michael Kraska: "In Sachsen-Anhalt werden wir mit 370 Beamten im Einsatz sein." Dabei setzt die Polizei das ganze Arsenal der zur Verfügung stehenden 148 Messgeräte ein.

Laser-Handgeräte: Mit den "Laser-Pistolen" werden morgen vermutlich die meisten Temposünder ihre Bekanntschaft machen. 111 Geräte stehen davon zur Verfügung. Sie werden fast ausschließlich innerorts eingesetzt, weil es ein Anhalten des gemessenen Autofahrers erfordert. Gemessen wird in einem Abstand zwischen 100 und 200 Metern. Der Verstoß wird gleich am Gerät ausgewertet. Ein Beweisfoto gibt es nicht. Die eingesetzten Geräte müssen geeicht sein.

Mobile Großgeräte: Davon gibt es 25 im Land. Die modernsten heißen "PoliScanspeed". Sie sind sehr effektiv, weil mehrere Fahrzeuge auf vielen Spuren gleichzeitig gemessen werden können. Der typische Blitzer ist der "Speedophot", der aus einem Auto heraus bedient werden kann. Ein weiteres Gerät ist das ES3. Es misst die Geschwindigkeit aus fünf Rohren am Fahrbahnrand.

Brücken-Videogeräte:Es gibt davon vier Anlagen im Land. Gemessen wird vor allem von Brücken per Video aus einer Höhe von mindestens drei Metern, meist auf Schnellstraßen und Autobahnen. Das Gerät prüft über ein PC-Programm neben der Geschwindigkeit auch den Abstand.

Videowagen "proVida": Acht gibt es davon im Land. Die Fahrzeuge sind vor allem auf Schnellstraßen und Autobahnen unterwegs. Mit den geeichten Fahrzeugen können gezielt Raser verfolgt und gefilmt werden. Der Raser wird gestoppt und mit dem Verstoß konfrontiert.

Alle Messstellen in Sachsen-Anhalt finden Sie hier nach Landkreisen sortiert.

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