Magdeburg (ck/js) l So heftig die Vorwürfe sind, so klar ist Finzelbergs Haltung seit Jahren dazu: Als die Staatsanwaltschaft 2010 erstmals den Verdacht publik machte, sagte der damalige Landrat des Jerichower Landes: "Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind haltlos." In den nächsten Monaten will er die Richter davon überzeugen.

Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich einen Kronzeugen - der allerdings selber kriminell war - sowie abgehörte Telefonate aufbieten. Ihr Vorhalt: Finzelberg hat 262.000 Euro von einem Müllgrubenbetreiber angenommen und sich im Gegenzug für Genehmigungen eingesetzt. Finzelbergs Motiv sei Geldnot gewesen. Der Betreiber wiederum habe so freie Hand gehabt, deutlich mehr Hausmüll in seine Tongruben Möckern und Vehlitz unterzumischen, als erlaubt war. Die Rede ist von 1,3 Millionen Tonnen. Der Betreiber verweist hingegen auf gültige Genehmigungen.

Finzelberg war bei seiner Wahl 2001 der erste Landrat in Sachsen-Anhalt mit PDS-Parteibuch. 2003 verließ er die Partei. 2014 wurde er abgewählt.