Peißen (dpa) l Frank Sitta ist der neue FDP-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt. Der 36-Jährige gewann am Samstag mit 90 Stimmen die Wahl auf dem Landesparteitag in Peißen bei Halle. Sein einziger Gegenkandidat Veit Wolpert konnte 73 Befürworter verbuchen. Ein Delegierter enthielt sich. Frank Sitta gilt als bislang weitgehend unbeschriebenes Blatt in der Partei. Der studierte Diplom-Politikwissenschaftler forderte einen Neuanfang.

Die Liberalen haben in den vergangenen Jahren einen steinigen Weg hinter sich. Bei der Landtagswahl 2011 haben sie mit 3,8 Prozent einen erneuten Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt klar verfehlt. Auch auf Bundesebene erging es ihnen nicht besser. Nach der Bundestagswahl 2013 flogen sie aus dem Parlament. 2016 steht in Sachsen-Anhalt die nächste Landtagswahl an.

Die bisherige Chefin Cornelia Pieper kandidierte nicht erneut. Das langjährige Aushängeschild der Landespartei hat sich zurückgezogen und arbeitet seit Sommer 2014 als deutsche Generalkonsulin in Danzig (Gdansk).

Sitta möchte auf zeitgemäßere Themen setzen. Die FDP solle nicht zum Altersheim verkommen, sagte der 36-Jährige. Zum einen wolle er die Netzpolitik und Start-Ups auf die Agenda der künftigen Debatten setzen. Sachsen-Anhalt könne ein Gründungsland sein.

Zugpferd der Veranstaltung war der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner. Er forderte unter anderem den Schutz persönlicher Daten. Vorratsdatenspeicherungen könnten für andere Zwecke missbraucht werden, sagte er.

Vor einem Jahr zählte die Partei im Land noch 1380 Mitglieder. Nach eigenen Angaben sind es derzeit 1255 Freie Demokraten.

Halle galt nach der Wende 1989/90 für viele Jahre als eine Hochburg der Liberalen in Deutschland. Der ehemalige Bundesvorsitzende der FDP, Hans-Dietrich Genscher, wurde 1927 in der Saalestadt geboren. Die spätere FDP-Bundesvize Cornelia Pieper stammt ebenfalls aus Halle. 1990 zog sie in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein.