Magdeburg l Die von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) geplanten Lehrer-Neueinstellungen sorgen in der CDU-SPD-Koalition für Missstimmung. Hardy Güssau, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagte am Montag: "Ich bin dankbar für jeden Lehrer, den wir vor die Klassen stellen können. Aber dem Kultusministerium fehlt dabei erneut eine ruhige Hand."

In Sachsen-Anhalt gibt es Streit, wie viele Lehrer-Neueinstellungen notwendig sind, um den Bedarf zu decken. Erst 2014 hatte sich Dorgerloh mit Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) verständigt, die Zahl von 220 auf 370 anzuheben. In diesem Jahr will das Land nun noch mal 100 Lehrer zusätzlich einstellen. Um den Unterrichtsausfall zu minimieren, sollen sie einen "Vertretungspool" bilden und je nach Bedarf zwischen mehreren Schulen pendeln. CDU-Politiker Güssau sagte: "Über die Details wird im Landtag noch zu reden sein. Ich habe die Sorge, dass das wieder nicht reicht und wir im Herbst noch einen Nachschlag brauchen. Der Kultusminister ist in der Pflicht, verlässliche Zahlen zu präsentieren."

Auch die Opposition rügt den "planlosen Aktionismus". Linken-Fraktionschef Wulf Gallert sagte: "Plötzlich findet die Landesregierung Mittel in Millionenhöhe, um bei Lehrern neues Personal einzustellen. Über Jahre hinweg wurde erklärt, dies sei jenseits aller Realität." Kurz vor der Landtagswahl 2016 "werde mal schnell noch ein Pflaster hier, ein Pflaster dort spendiert". Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert kritisierte: "Die Landesregierung hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wer will `Pendel-Lehrer` sein? Es wäre nachvollziehbar, wenn die Lehrkräfte lieber in andere Länder gehen."