Tröglitz (dpa/cm) | Einen Monat nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz im Burgenlandkreis kommt die Suche nach Ersatzwohnungen für die Asylbewerber voran. Landrat Götz Ulrich (CDU) rechnet damit, dass Anfang Juni zehn Flüchtlinge in den kleinen Ort bei Zeitz ziehen können. Vier Vermieter hätten Wohnungen als Ersatz für das nach dem Brand unbewohnbare Mehrfamilienhaus angeboten, sagte Ulrich.

Unbekannte Brandstifter hatten in der Nacht zum 4. April das Mehrfamilienhaus in Tröglitz angezündet, in das bis Ende Mai 40 Flüchtlinge einziehen sollten.

Währenddessen sucht die Ermittlungsgruppe "Kanister" weiter nach den Tätern. Vor einer Woche baten sie in der MDR-Sendung "Kripo live" die Öffentlichkeit um Mithilfe. Zu den gefundenen Schlüsseln, Kleidungsstücken und Kanistern seien danach mehr als 50 Hinweise eingegangen, sagte der Sprecher des Landeskriminalamts, Andreas von Koß. Das sei deutlich mehr als bei früheren TV-Aufrufen. "Wir sind der Meinung, dass die Vielzahl der Hinweise nach der Auswertung Aufschlüsse zur Tatausführung geben könnte."

Während die Ermittler auf Tätersuche sind, bereitet die Tröglitzer Initiative "Miteinander - füreinander" ein freundliches Willkommen für die erwarteten Flüchtlinge vor. Über die Gemeinde Elsteraue wurde ein Spendenkonto eingerichtet, wie Gemeindepfarrer Matthias Keilholz sagte. Damit sollen Freizeitangebote für die neuen Nachbarn organisiert werden. Zudem hätten sich Tröglitzer als Paten gemeldet. Sie wollen den künftigen Neu-Tröglitzern beim Einkaufen, bei Behördengängen oder Ausflügen helfen.