Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt

Von 2,4 Millionen Einwohnern waren in Sachsen-Anhalt im Jahr 2013 2,1 Millionen Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Die Ersatzkassen (z. B. Techniker Krankenkasse, Barmer GEK) stellen die zweitgrößte Kassenart in Sachsen-Anhalt dar, direkt hinter der AOK.

Die Unterschiede der Kassenarten sind historisch begründet. Bestimmte Arbeitnehmer konnten eine für ihre Berufsgruppe bestehende Ersatzkasse wählen. Vor dem Hintergrund der freien Kassenwahl spielen diese Unterschiede allerdings keine Rolle mehr.

Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hält sich in Sachsen-Anhalt seit 2011 stabil bei 770.000 Personen. Die Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen lagen 2012 bei 4,9 Milliarden Euro. Sachsen-Anhalt profitiert dabei von der bundesweiten Solidarität der Versicherungsgemeinschaft.

Den größten Ausgabenblock im Gesundheitswesen stellen mit rund zwei Milliarden Euro in Sachsen-Anhalt die Krankenhäuser dar. Kennzeichnend für den Krankenhaussektor ist eine hohe Bettenzahl, niedrige durchschnittliche Fallkosten und eine hohe Krankenhaushäufigkeit. (ba)

Magdeburg l Fast drei Jahre liegen im Durchschnitt zwischen einem Sachsen-Anhalter und einem durchschnittlichen Bundesbürger. Denn im Mittel ist ein Einwohner hierzulande 43,9 Jahre alt und damit 2,8 Jahre älter als ein Durchschnittsdeutscher. Menschen in Sachsen-Anhalt sind zudem häufiger im Krankenhaus als in anderen Bundesländern. Das geht aus dem Report über das Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt hervor, den der Verband der Ersatzkassen am Montag in Magdeburg vorstellte.

Von den 2,24 Millionen Einwohnern in Sachsen-Anhalt sind 2,1 Millionen bei den gesetzlichen Krankenkassen versichert. Die Krankenhaushäufigkeit - das ist die Zahl der Behandlungsfälle auf jeweils 1000 Versicherte - liegt in Sachsen-Anhalt mit einem Wert von 0,277 deutschlandweit am höchsten. Im Bundesdurchschnitt sind es 0,240 Fälle.

Die Kosten pro stationärer Behandlung im Krankenhaus sind allerdings deutlich geringer als im deutschlandweiten Vergleich. Die lagen 2013 bei 3731 Euro pro Fall, bundesweit bei 4152 Euro. "In Sachsen-Anhalt werden mitunter auch klassische ambulante Behandlungen im Krankenhaus durchgeführt", erklärt Klaus Holst, Leiter des Verbands der Ersatzkassen in Magdeburg.

Lungenkrebs häufige Erkrankung in Sachsen-Anhalt


Schuld sind sogenannte Begleiterkrankungen, die zusätzlich zum Grundleiden eines Patienten vorliegen können. Wegen dieser Risikofaktoren würden ambulante Ärzte häufiger an Kliniken überweisen. "In Sachsen-Anhalt ist das nach unserer Analyse ein Grund für die hohe Krankenhaushäufigkeit", sagt Holst.

Auch bei den Erkrankungen mit Todesfolge weichen Sachsen-Anhalter von den bundesweiten Ergebnissen ab. In der Statistik für Sachsen-Anhalt finden sich sowohl Lungenkrebs als auch die Alkoholische Leberkrankheit als häufige Todesursachen. Holst führt das auf einen ungesunden Lebensstil zurück. Dagegen sei der Schlaganfall bundesweit auf Platz sechs und in Sachsen-Anhalt weniger häufig.

Kennzeichnend für das Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt ist die hohe Bettenzahl in den Krankenhäusern. Die ambulante ärztliche Versorgung weist aber, wie bei allen Flächenländern, eine geringe Arztdichte auf. Auf 605 Einwohner kommt in Sachsen-Anhalt ein Mediziner (Bundesdurchschnitt: 537 Einwohner). Als Hausarzt lohnt es sich deswegen in den neuen Bundesländern aktiv zu sein. In Sachsen-Anhalt setzten Hausärzte 2012 rund 233.000 Euro um, in Baden-Württemberg waren es nur rund 140.000 Euro.