Verkehrsbehinderungen zum Tunnelbau

Stadteinwärts:
Nach dem Berufsverkehr soll in Magdeburg die Durchfahrt vom Damaschkeplatz in Richtung Innenstadt am Freitag gegen 10 Uhr gesperrt werden. Auch eine Zufahrt aus Westen auf den Ring, zum ZOB und zum Hauptbahnhof ist nicht möglich. Der ZOB ist über den Ring und über die Maybachstraße zu erreichen.

Stadtauswärts:
Der Autoverkehr aus dem Zentrum fließt auf einer Spur. Wegen des kombinierten Rad- und Fußwegs auf der Nordseite wird an der Ringauffahrt eine Ampel aufgestellt.

Magdeburg l Kein Durchkommen ist in den kommenden Monaten aus dem Westen Magdeburgs ins Stadtzentrum im Bereich des Damaschkeplatzes. Grund ist der lange geplante Bau eines Tunnels für Autos im Zuge des Vorhabens, die mehr als 100 Jahre alten maroden Eisenbahnbrücken zu erneuern.

Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie den sogenannten Cityring bei der Reise in die Landeshauptstadt nutzen müssen. "Wer aus Richtung Norden kommt, sollte bereits an der Bundesstraße 1 auf der Albert-Vater-Straße abfahren", sagt Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann. Diese Route oder die Fahrt über Europa- und Westring bietet sich auch für Autofahrer aus Richtung Westen an.

Pfahlbohrungen in Magdeburg dauern ein Jahr

Wer aus dem Süden des Landes nach Magdeburg kommt, sollte an der Abfahrt Wiener Straße von der Stadtautobahn abfahren. Diese Stellen sind auch mit den Hinweisen City-Nord und City-Süd gekennzeichnet. In der Gegenrichtung - aus der Innenstadt heraus - ist die Strecke in Richtung Damaschkeplatz und zu den Ringauffahrten offen - auch wenn auch hier nur eine Fahrbahn zur Verfügung steht.

Während der Sperrung sollen mit sogenannten Pfahlbohrungen die Süd- und die Mittelwand des Tunnels gebaut werden. Diese Arbeiten nehmen nach den derzeitigen Planungen ein Jahr in Anspruch. Im Anschluss muss die Nordwand des Tunnels ebenfalls mit einer Art aneinandergereihter Betonpfähle aufgebaut werden. Dann wird auch der Verkehr durch die Baustelle neu organisiert.

Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt bekennt: "Beim Tunnelbau handelt es sich um ein anspruchsvolles Projekt." Neben einem hohen Grundwasserstand sind es enge Zeitpläne der Deutschen Bahn, die kaum Platz für Fehler lassen: Neben dem Tunnelbau geht es in Magdeburg darum, bei laufendem Bahnbetrieb die alten Brücken abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen.

Kritiker befürchten Kostenexplosion bei Tunnelbau

Die Stadtverwaltung rechnet derzeit mit rund 100 Millionen Euro. 42 Prozent zahlt die Bahn. Zu Beginn der Planungen und vor der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Gegnern des Projektes waren die Kosten noch auf weniger als die Hälfte geschätzt worden. Kritiker befürchten nach wie vor neben einer Kostenexplosion, dass der Tunnel eher zu einer Verschärfung des Staus in der Magdeburger Innenstadt führt.

Mit dem Start zum Bau der Tunnelwände wird jetzt so etwas wie ein fliegender Start vollzogen: Bereits in den vergangenen Monaten waren die Abwasserkanäle rund um den Hauptbahnhof grundlegend erneuert worden. Auch dies hatte bereits zu Einschränkungen für den Straßenverkehr geführt - wenngleich dies nur in einem wesentlich geringeren Maße als ab kommenden Freitag, 10 Uhr.