Vermisst in Sachsen-Anhalt

125 Personen in Sachsen-Anhalt waren per 16. April zur Vermisstenfahndung ausgeschrieben, darunter 15 Kinder (unter 14 Jahren).

In acht Fällen handelt es sich um Kindesentziehungen, die Kinder befinden sich also in Obhut eines Elternteils.

Die verbleibenden sieben vermissten Kinder gliedern sich so:
0-3 Jahre: 2 Kinder (seit 1979 und 2014, Mutter und Kind in Italien vermisst)
4-6 Jahre: 2 Kinder (1986 und 1994, beide ev. ertrunken)
7-9 Jahre: 2 Kinder (keine näheren Angaben)
10-13 Jahre: 1 Kind (Mandy S. aus Halle 1998)

Quelle: LKA

Wilhelmshof l Nachdem die Suche bisher erfolglos blieb, konzentriert sich die Polizei auf die Befragung von Bewohnern und Mitarbeitern des Diakoniewerkes Wilhelmshof. "Wir sind da noch ganz am Anfang", sagte Pressesprecher Maik von Hoff am Montag.

Folgendes Szenario hat sich laut von Hoff am Sonnabend gegen 19.45 Uhr abgespielt. Inga ging in den Wald, vermutlich um Holz für ein geplantes Lagerfeuer zu holen. "Sie war mit ihrer Familie aus Schönebeck zu Besuch bei Mitarbeitern von Wilhelmshof", beschrieb von Hoff. Deren Grundstück liegt direkt am Wald, mehrere Kinder waren auf einem kleinen Spielplatz zusammen, gingen abwechselnd auch in den Wald. "Sie standen nicht unter ständiger Aufsicht", erklärte von Hoff.

Eltern halfen bei der Suche

Etwa eine Stunde nachdem Inga in den Wald gegangen war, wurde die Polizei alarmiert. Die machte sich sofort auf die Suche nach dem Mädchen mit den verwaschenen Jeans, dem Schmetterlings-T-Shirt und den zwei Spangen im Haar. Das Waldgebiet um Wilhelmshof ist etwa fünf mal sieben Kilometer groß. Rund 550 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz (DRK) und Technischem Hilfswerk beteiligten sich an der Suche. Zum Einsatz kamen auch vier DRK-Rettungshundestaffeln und mehrere Polizeihubschrauber.

Zu Beginn der Suche waren auch Ingas Eltern noch dabei. Auf Bitten der Polizei haben sie sich zurückgezogen und werden seitdem von Seelsorgern betreut.

Haarspange gehört nicht dem Mädchen

Die Suche sei sehr akribisch verlaufen, auf jede Fußspur, jeden umgeknickten Zweig geachtet worden. Es wurde eine Haarspange gefunden, die aber nicht Inga gehört. Mehrere Tümpel wurden ausgepumpt.

"Wir können nichts ausschließen, haben aber auch keinen Hinweis darauf, dass sie nicht mehr im Wald ist oder ein Verbrechen hinter dem Verschwinden steckt", schilderte von Hoff die schwierige Lage. Es gebe bisher keine Verbindungen zum Maßregelvollzug im benachbarten Uchtspringe oder zu Bewohnern des Wilhelmshofs, in dem geistig Behinderte, Suchtkranke und Menschen, die eine Auszeit brauchen, untergebracht sind.

Am Montagnachmittag hat eine Polizeihundertschaft das letzte Flurstück des Waldes durchkämmt. Und die Suche wird fortgesetzt. "So lange, bis wir Inga gefunden haben", versicherte der Polizeisprecher, "wir tun alles, was in unserer Macht steht und wollen sie lebendig ihren Eltern übergeben."

 

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