Magdeburg. l Mit 900.000 Euro will Sachsen-Anhalt in diesem und im kommenden Jahr ein Modellprojekt Theaterpädagogik fördern. Dieses Geld stehe zusätzlich zum Landeshaushalt zur Verfügung, sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Montag in Magdeburg.

Mit den Mitteln sollen feste Theater ebenso unterstützt werden wie freie Gruppen und Bühnen. Die eine Hälfte davon fließt in Investitionen in Räume, Ausstattung und Technik. Die anderen 50 Prozent stehe für Projekte zur Verfügung.

Es geht nach Aussagen von Dorgerloh nicht darum, eine Art "Kundenbindung" zu erreichen. Ziel sei es vielmehr, Kinder und Jugendliche über solche Wege mit Problemen unserer Zeit vertraut zu machen. Themen wie Migration oder Rechtsextremismus ließen sich auf diese Weise hervorragend vermitteln.

Der Minister kündigte an, dass die Koordination aller Maßnahmen über ein neues Landeszentrum Theaterpädagogik erfolge. Es werde als zentrale Anlaufstelle für Projekte etabliert, soll dem Erfahrungsaustausch dienen und nach 2016 bestehen bleiben.

Stephan Behrmann, Geschäftsführer des Landeszentrums Spiel Theater Sachsen-Anhalt (LanZe), nannte das Modellprojekt einen richtigen Schritt. Es helfe, feste Häuser, Vereine und die fast 50 freien Gruppen zwischen Arendsee und Zeitz noch enger zu verbinden. Schnell lebendige Aktionen hervorzubringen, sei für ihn vorrangig, damit im September erste Vorhaben starten könnten.

Wie der Intendant des Theaters der Altmark, Alexander Netschajew, sagte, habe Pädagogik an den Bühnen in Sachsen-Anhalts einen unverzichtbaren Stellenwert erhalten. Das betreffe die engagierte Arbeit in den vielen Jugendklubs an den festen Häusern ebenso wie Vorstellungen mit anschließenden Gesprächen im Klassenzimmer. Auf diese Weise ließen sich "brennende Fragen" der Gegenwart wie Armut oder der Umgang mit Flüchtlingen anschaulich näherbringen.