Stendal l Auf der Suche nach der fünfjährigen Schönebeckerin Inga drehte am gestrigen Dienstag wieder ein Rettungshubschrauber seine Kreise über dem Wald rings um Wilhelmshof. Auch Polizeisprecher Mike von Hoff sah sich das Suchgebiet aus der Vogelperspektive an. "Von dort oben ist aber wirklich schwer etwas zu erkennen", sagte er nach der Landung.

Doch der Einsatz des Hubschraubers ist auch das Zeichen der Polizei rund um Einsatzleiter Wolfgang Gehrcke, dass sie noch Hoffnung hat, bei der Suche erfolgreich zu sein. "Natürlich wird die Suche schwieriger, je länger sie dauert, aber wir geben nicht auf", betonte von Hoff. Es gebe auch keinen Zeitplan, wann mit der Suche aufzuhören sei. "Jeden Tag wird die Lage neu eingeschätzt und danach werden die Maßnahmen festgelegt", erklärte er.

Dazu gehörte gestern, dass ein Waldstück durchkämmt wurde, das bislang noch nicht am Boden inspiziert worden war. Rund 150 Einsatzkräfte der Polizei waren daran beteiligt. Auch zahlreiche Privatpersonen haben sich angeboten, bei der Suche zu helfen, sich sogar in sozialen Netzwerken dazu verabredet.

Unterstützung aus anderen Bundesländern

"Das ist toll, dass die Anteilnahme so groß ist", sagte Marc Becher, Sprecher in der Polizeidirektion Nord. Alle mögen bitte die Augen offenhalten, aber vom Suchen im Wald Abstand nehmen. Am Dienstag waren auch elf Rettungshunde auf der Suche nach einer Spur von Inga.

Dabei waren Flächenspürhunde und Mantrailer, die auch Personenspürhunde genannt werden. Sie kamen mit Teams der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft aus Barnim (Brandenburg) und Riesa (Sachsen) sowie vom Roten Kreuz aus Stendal. Doch auch sie blieben erfolglos. Die Eltern, der Vater ist Sozialpädagoge, und Ingas drei ältere Geschwister hoffen weiter. Sie sind noch immer in Wilhelmshof und werden von einem Notfallseelsorgeteam betreut. Auch dessen Leiter Superintendent Michael Kleemann war gestern vor Ort.

Wie weit ein fünfjähriges Mädchen in einer Stunde kommen kann, fragen sich viele. Konkret beantworten kann das auch Amtsärztin Dr. Iris Schubert nicht. "Das kommt auf das Kind an, aber mehrere Kilometer sind durchaus möglich", sagte sie. Drei Tage ohne Wasser, das bringt den Körper ernsthaft in Gefahr. "Aber es hat zwischendurch geregnet, sie könnte Wasser von Blättern gelutscht haben", meinte die Amtsärztin.

Bei der Polizei sind unterdessen zahlreiche Hinweise mit unterschiedlicher Qualität eingegangen. "Wir gehen allem nach, sind aber auch so nicht auf Ingas Spur gekommen", bedauerte Becher.

Hinweise nimmt die Polizei Stendal unter (0 39 31) 68 52 91 entgegen.



Ein Polizei-Hubschrauber beim Überflug über den Ort des Verschwindens der fünfjährigen Inga. Am äußersten Rand ist ein Fußballplatz zu sehen, auf dem viele Polizeifahrzeuge parken. Daneben ist der Grillplatz zu erkennen (Rondell). Dort wurde Inga letzmalig gesehen.

   

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