Stendal l Nachdem die Gesamteinsatzleitung am Donnerstagvormittag entschieden hat, die Suche im Wald um den Stendaler Ortsteil Wilhelmshof nicht fortzusetzen, rücken die kriminalpolizeilichen Ermittlungen in den Vordergrund. "Die Polizei erachtet eine strafbare Handlung als immer wahrscheinlicher", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Nord.

Ermittelt wird wegen des Verdachts der Kindesentziehung. "Das ist nicht mit Entführung gleichzusetzen", betonte Pressesprecher Mike von Hoff. Für eine Entführung gebe es keine Hinweise. Entziehung beschreibe lediglich, dass irgendjemand das Kind den Eltern entzogen habe. "Wir haben nach wie vor keine Spur", sagte von Hoff - keine verlorenen Gegenstände, keine abgeknickten Äste, keine Kampfspuren, keine Fuß- und Reifenspuren...

Mehr als 1000 Helfer der Polizei, Feuerwehr, THW, DRK, Rettungsdienst und anderer Organisationen aus mehreren Bundesländern haben mit der Unterstützung von Hubschraubern und 40 Spezialhunden das fünf mal sieben Kilometer große Waldstück um Wilhelmshof teils mehrfach abgesucht. Es wurden das Gelände des Stendaler Ortsteiles und mehrere Gebäude durchsucht.

Mehr als 100 Personen, die sich zum Zeitpunkt von Ingas Verschwinden in Wilhelmshof aufhielten, sind befragt worden. Die Ermittlungsgruppe "Wald" wertet derzeit auch die kleinsten Erkenntnisse aus und hofft auf weitere Hinweise, um die kleine Inga zu finden.

Update (8. Mai 2015, 5:36 Uhr, dpa): Auch sechs Tage nach dem Verschwinden der kleinen Inga aus Schönebeck reißen die Hinweise an die Polizei nicht ab. Eine der vielen Spuren führe nach Berlin. Eine Zeugin will die in der Altmark verschwundene Inga mit einem Mann gesehen haben. Die Berliner Kollegen wurden eingeschaltet. "Es ist aber nur eine von vielen Spuren", sagte der Sprecher weiter.

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