Magdeburg l Die Gerüchteküche über die Ansiedlung des Möbelriesen mit der markanten wie beliebten Design-Kollektion für Möbel und Dekoration kursieren schon seit Jahren. Doch Ikea hatte die Pläne für Magdeburg immer mit allgemeinen Aussagen zu Expansionabsichten für Deutschland abgewiesen - bis Dienstag.

Auf Nachfrage der Volksstimme erklärte Ikea-Sprecherin Simone Settergren: "Ikea hat Interesse an einem Standort in Magdeburg. Aus diesem Grund schauen wir uns verschiedene Standorte an, zu einzelnen Standortoptionen möchten wir uns derzeit noch nicht äußern."

Eigene Facebook-Gruppe für Ikea in Magdeburg

Hintergrund der konkreten Absichten ist offenbar ein Umschwenken in der Firmenstrategie. Ikea hat sich zum Ziel gesetzt, noch näher an den Kunden zu rücken. Dabei stehen möglichst kurze Anreisewege im Raum. Überall in Deutschland soll Kunden ein Ikea-Besuch innerhalb einer Fahrtzeit von 20 bis 40 Minuten möglich gemacht werden. Damit sind die Chancen für Magdeburg deutlich gestiegen. Ikea-Sprecherin Simone Settergren: "Mit Magdeburg würden wir eine Lücke zwischen den Häusern in Braunschweig, Leipzig und Berlin schließen."

Das Interesse bei der Kundschaft sei außerdem ein wichtigstes Argument gewesen. Umfragen auf Facebook hätten gezeigt, dass Magdeburg ganz oben auf der Wunschliste vieler Menschen für neue Ikea-Standorte stehe. In Magdeburg hatten Ikea-Fans sogar eine eigene Facebook-Gruppe für eine Ansiedlung gegründet. Sie zählt mittlerweile knapp 3000 Mitglieder.

Über Einzelheiten zum Zeitpunkt der Ansiedlung und den genauen Standort hält sich der Konzern mit dem Hinweis auf "sensible Zahlen und Daten" allerdings noch bedeckt. Man wolle hier keine "geschätzten Größen an die Öffentlichkeit" geben, hieß es weiter.

Ikea als Aufwertung des Einkaufsstandorts Magdeburg

Magdeburg hatte dem Konzern 2014 eine zehn Standorte umfassende Liste zur Prüfung überlassen. Ob einer dieser Vorschläge umgesetzt wird, ließ der Konzern offen. Ikea bestätigte aber, dass bei der Ansiedlung ein reines Ikea-Einrichtungshaus geplant sei. Damit ist auch die Variante eines Möbelhauses mit integrierten Shops vom Tisch.

Mit der neuen Entwicklung zeigen sich die Magdeburger Innenstadthändler sehr zufrieden. "Auch wenn wir den Standort noch nicht kennen, begrüßen wir die Ankündigung. Eine Ansiedlung wertet den Einkaufsstandort Magdeburg noch weiter auf und löst eine zusätzliche Sogwirkung aus", sagte Sprecher Arno Frommhagen. Und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) schiebt nach: "Wir freuen uns über die Absicht von Ikea und werden alles dafür tun, damit die Ansiedlung dieses Mal auch klappt."